Band 2300:
Vorboten des Chaos

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 16.9.2005
offizielle Romanvorstellung  auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Robert Feldhoff
Titelbild (umlaufend): Dirk Schulz
Illustration: Dirk Schulz

Kommentar: In eigener Sache
Extra: Die Milchstraße anno 1344 NGZ

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner

Tibi - Perry Rhodan-Band 2300

 
naüchstes Heft

Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Mit Heft 2300 beginnt ein neuer Zyklusabschnitt. Gerade solche "runden" Nummern sind bei Sammlern beliebt und bringen einen Anstieg der Umsatzzahlen. Es ist kein Geheimnis, das mit dem Erscheinen solcher Jubiläumsbänden auch immer wieder Neuleser probieren, in die Serie einzusteigen. Daher bemüht sich VPM seit einiger Zeit, die Titelbilder der Jubelnummern neutraler zugestalten und natürlich den Serienhelden in den Mittelpunkt zu stellen.

So bietet uns Dirk Schulz uns einen etwas hölzern dreinblickenden Perry Rhodan, im Hintergrund ein Space Shuttle. Ansich ein schönes Bild, aber irgendwie will es nicht recht zum Inhalt des Romans passen - ausser des Shuttle steht symbolisch für den Rückschritt der Technik seit dem Einsetzen der Hyperimpedanz. Aber der Hintergrund dürfte ein anderer sein - nämlich das Preisrätsel am Ende des Heftes! Passenderweise weist ein roter Kreis in der oberen Hälfte des Titelbilds auf den Hauptpreis dieses Preisrätsels hin: Eine Reise nach Cap Canaveral. Aha, daher das Space Shuttle ;-)

Kein Jubiband ohne umlaufendes Titelbild. Daher können wir uns diesmal auch an der Rückseite des Covers erfreuen.

Als kleinen Ausgleich zur Vergangenheit (Space Shuttle) präsentiert uns Dirk Schulz hier einen Blick in die Zukunft: Die Skyline von Terrania City mit der Solaren Rezidenz, im Hintergrund: der Mond (? - Wenn ja, dann ist dieser aber sehr nahe an die Erde gerückt, oh weia. Künstlerische Freiheit nennt man sowas wohl). Die Skyline Terranias ist sehr schön geworden, aber bei der Solaren Residenz hat Dirk Schulz wohl etwas unter Zeitdruck gestanden. Sie wirkt sehr detailarm und ist kein Vergleich zu der klasse Dartellung des Posters in Heft 2000. Anscheindend sah es der Verlag ähnlich. Das Titelbild gibt es diesmal auch als Poster beigeheftet, mit einem Kalendarium für das kommende Jahr 2006. Dieses verdeckt aber die Residenz, und statt sie im Hintergrund durchschimmern zu lassen (was durchaus machbar gewesen wäre), wurde sie gleich ganz weggelassen ;-)

Mit Heft 2300 entfällt auch der gelbe Balken mit der nervigen Nummerierung des aktuellen Zykluses. Allerdings nicht, weil der Verlag es eingesehen hat, sondern ein Rechtsstreit um den Titel TERRANOVA ist der Hintergrund. In den Werbungen für Heft 2300 ist der gelbe Streifen nämlich noch mit drauf!

Insgesamt betrachtet ist Dirk Schulz ein schönes Titelbild gelungen - es wird wohl seinen Werbeeffekt nicht verfehlen. Dass dies nun die neue Mastergrafik von Perry Rhodan sein soll, stört mich etwas. Wie schon auf Heft 2250 wirkt der Perry Rhodan von Dirk Schulz sehr hölzern, zu comichaft für meinen Geschmack. Da ist mir der typische Bruck-Rhodan oder der Casaro-Perry tausendmal lieber!!!

Kurze Anmerkung noch zur Innenillu - diese zeigt Gucky mit einer Pump-Gun (made 1344 NGZ), welcher gleich auf Minibestienjagd geht. Sehr witzig, aber auch sehr comichaft. Der Kopf des "Über-All-ZuGleich-Töters" (niemals war der Name passender als in diesem Roman ;-) ist proportional viel zu groß. Dirk kann seine Wurzel aus dem Bereich Comic einfach nicht verleugnen!


Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

Perry Rhodan hat eine Vision zu verkünden. Indem er Vertreter aller bekannten Völker zusammenruft - für den Austausch der neuesten technischen Anpassungen an die Hyperimpedanz -, pflegt er wohl den Gedanken: Die Gesamtheit ist mehr als die Summe der einzelnen Errungenschaften. Das muss auch Bostich verstanden haben. Er erwartet ein Geschenk. Und der Bittsteller kommt mit dem größten Tross. Mehrere Gwalon-Kelche als persönlichen Konvoi. Auf einem davon - wie auf einem Eierbecher - der Kristallpalast, mit dem er vor der Stahlorchidee landet.
Ich dachte, die Residenz schwebt wieder. Aber sie wurde nur gesenkt, um Konferenzteilnehmer nicht zu beunruhigen.

Ausgerechnet in Bostichs Suite erscheint Fawn Suzuke, wie einst Kytoma, um zu warnen vor Terminale ... im Zusammenhang mit der Negaspäre. Was weiß der Nukleus der Monochrom-Mutanten?
Der Begriff TRAITOR fällt vorerst noch nicht. Aber das Treffen scheint ein günstiger Angriffspunkt für unsichtbare Beobachter zu sein. Wenn man jetzt wenigstens die Titanen als Wächter noch zur Hand hätte! Die Waffentechnik mit Dunkelfeldern und Dunkelkapseln kommt bestimmt so ungewohnt und unbekannt, wie es die Mittel der Inquisition aus Tradom oder die Formenergie der Laren bereits einmal waren.

Wer dachte, mit Kybb und Dscherro wären jetzt die Schweinigeleien vorbei, dem werden die originalen Bestien vorgesetzt, nämlich die Vorväter der Haluter.
Die Unsäglichen der 300-er Bände kehren also zurück. Die Ulebs trugen noch viel der nur als Bestien benannten Wesen in sich.
Die geschmähte Gigantomanie um OLD MAN ist ohnehin stetig erneuerter Standard. Die Perlians mit ihrem Zeitorgan könnten noch etwas mit der Brücke in diese Zeit zu tun haben.
Die TERMINALE KOLONNE scheint vorerst ähnlich der Besuche aus der Zukunft in STAR TREK: ENTERPRISE angelegt zu sein. Vielleicht sind sie erst aus der Negasphäre entstanden und kommen aus naher Zukunft in die Handlungsgegenwart. Aber die Bestien müssten aus größerer Vergangenheit importiert worden sein.
Das wäre doch eine wunderbare Gelegenheit, Massen von Ilts heim zu holen :-).
Die Vision, das terranische Angebot, beruht auf zwei eher bescheidenen Vorzügen.
Zum einen ist da die auf Ferrol benutzte Uralttechnik der Käfigtransmitter, die verlust- und risikofrei arbeitet. Der zu hohe Energieverbrauch soll mit der eigentlichen Neuheit gekoppelt werden, ebenfalls funktionierender Sonnenzapftechnik: Transmitterstraßen, wie sie vor den Laren den Olymp zum Zentrum des näheren Milchstraßenumfeldes gemacht hatten.
Und jetzt kommt die Überraschung:
Eine Weitergabe macht Perry Rhodan abhängig von einer einvernehmlichen Verteilung der Ressourcenfelder, der gestrandeten Sternenozeane.
Dazu muss man wissen, dass bei den Konferenzteilnehmern die Akonen und gerade auch die Blues fehlen. Existenzielle und politische Unruhen nach dem Einbruch durch die Hyperimpedanz verhindern bei ihnen eine innere Stabilität. Deren Abschottung nach außen wird von den Anwesenden sogar mit Verständnis akzeptiert.
Direkt angenehm, so eine übermutsfreie Zone. Keine großen Töne, wenn man aufeinander angewiesen ist. [Fast wie bei einer großen Koalition - ;-) - Anm. Joe]
Wenn es auch nicht all zu lange dauern kann.
Wenn jetzt der Angriff kommt, wird man Terra sogar Verrat unterstellen.
So wie einst das Schiff STYX von Moira, unsichtbar und nicht zu orten, fliegen sie hinter den Service-Transportern ein:
Eine Armada der Chaotarchen voller Kampfmaschinen, die nicht einer unkontrollierten Drangwäsche verfallen, sonder taktisch kühl wie Terroristen vorgehen, wer sollte die noch aufhalten? Wo selbst Arkon zersplittert ist!
Doch es relativiert sich. Es ist nur eine kleine Einheit vor Ort.
Und die Züchtungen sind so etwas wie siganesische Haluter: Mikro-Bestien. Dennoch, was sie anrichten, ist das ungeheuerlichste Blutbad der Geschichte. Zwei Drittel der führenden Persönlichkeiten und Fremdwesen sterben an diesem Tag. Die Kralasenen-Wache und die Sicherheitsdienste gingen den Weg in den Tod voraus.
Perry rettet Bostich, seinen Gast.
Aber das Angebot des Technologietransfers ist an diesem Tag mitgestorben. Die Aufrüstung muss auf erbärmlicheren Wegen laufen.
Durch Guckys schnellen Einsatz konnten noch einige Leben gerettet werden.
Dirk Schulz präsentiert Gucky als den Grauen Rächer (s. Andys detaillierte Illubesprechung), eine sehr interessante Interpretation und Erweiterung von Guckys Charakter, aber auch ein Weg zurück zu Jonny Brucks Mausbiber. Hat er nicht etwas von seinem Förster-Haarfilz angenommen?
Roi Danton verliert einen Fuß.
Mondra Diamond fällt vielleicht wieder in Perrys Arme zurück, wenn sie die Chance dieses schrecklichen Tages nutzt.
Ein siganesischer Minister folgt seinen Leibwächtern auf das letzte Schiff der Angreifer, eher aus Eifersucht denn aus Mut. Seine Holde kann er nicht mehr aus den Augen lassen. Sie verfolgen den von Bostich und Perry angeschmorten Invaliden.
Es ist auch noch der Einsatzleiter, der den Selbstzerstörungsbefehl aufhebt, und sie versehentlich in ihren Stützpunkt mitnimmt.
Dieses Remake „Einsatz der Zwerge“ ist schon schwer zu verkraften.
Aber dass Daellian und Norman überleben, bleibt ein schlechter Witz.


Letztes Update dieser Seite am 17.11.2005