Band 2301:
Im Kolonnenfort

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 23.9.2005
offizielle Romanvorstellung  auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Hubert Haensel
Titelbild: Dirk Schulz
Illustration: Dirk Schulz

Kommentar: Aufbaukonferenz der Völker
Extra: Farbige Comic-Leseprobe: Berlin 2323
(darf wohl als Sonderband der Indigo-Reihe verstanden werden).

Tibi - Perry Rhodan-Band 2301

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Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Bei diesem Titelbild kommt wiedermal Dirk Schulz' Vorliebe für hübsche Damen mit großer Oberweite zum Vorschein (mit viel Holz vor der Hütten, wie wir in Bayern so gerne sagen).
J aja, Sex sells, das ist ja bekannt. Kann natürlich auch eine Verlagsvorgabe sein - aber ich will da niemanden etwas unterstellen!

Dirk ist hier auf jeden Fall ein sehr schönes Portrait der drei Handlungsträger des Romans gelungen. Die Siganesen unter der Führung von Demetrius Luke kämpfen sich durch den Hanger des im Bau befindlichen Kolonnenforts.
Ein wunderschönes Bild, und die nette Signanesin Danni Queenz tut da ihr Übriges dazu ;-)
Tja, Perry Rhodan ist und bleibt einfach eine Männerdomäne - würde mich nicht wundern, einen Abzug dieses Bildes als Großplakat am VPM-Stand während der Frankfurter Buchmesse vorzufinden.

Bei der Innenillustration hat es sich Dirk Schulz einfach gemacht. Derselbe Hintergrund des Titelbilds (sprich der Hangar des Kolonnenforts) aus einer etwas weiteren Perspektive, diesmal aber mit Zon Factor im Mittelpunkt. Tja, die moderne Computertechnik macht es möglich! Trotzdem, ein sehr schönes Haluter-Portrait.


Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

.Der Perry Rhodan- Heft-Purist dürfte erstaunt sein:
Feldhoff wegen seiner Regenbogen-Feelgood-Werke geschätzt, schlägt hier Töne an, wie wir sie eigentlich nur von Leo Lukas kennen. Dann versteht man auch, wieso die angestrebte Verjüngung der P.R.-Serie letzthin nur bei Kabarett und Klamauk angesetzt wurde.

Schon aufgefallen: TERRANOVA steht nicht mehr auf der Titelseite.
Ergäbe auch für Archivare Verwechslung mit der alten MOEWIG-Serie.
Vielleicht bestehen auch noch Zweifel, den Zyklus den angekündigten Zeitraum von 200 Heften durchzuhalten. (siehe Step bei 1875).

Zeitgenössische Gedanken dieser Tage: Wird Frau Merkel, die Miss Misstrauen aus dem Osten Deutschlands, den vom Wähler angerichteten Mist trauen für Deutschland?
Perry Rhodan ist da wieder mal weiter. Wir stecken bereits tief im Neubeginn.

Ein 45 Jahre altes Geheimnis der Heftserie wird auf der LKS offenbart:
Aktuell gedenkt man gerade Charles Lindbergh, dem ersten Atlantik-Überquerer per Flugzeug, und gibt zu, dass das vertraut wirkende Gesicht Perry Rhodans eine Schnittmenge Charles Lindberghs und Richard Burtons ist.
(Trotzdem war bei der Benennung des Raumschiffes RICHARD BURTON nicht dieser Schauspieler gemeint.)

Fing man ab 2200 noch sehr jugendlich an, dominiert bei einem doppelt so langen Zyklus vorerst das möglichst Kleine.
Momentan sind Siganesen und genetisch in Miniatur gebrachte Vorhaluter der bescheidene Einstieg. Die Negasphäre als Schatten dräuend im Hintergrund, noch zart und sehr diffus, lässt den Leser das ungeheuere, darin steckende Potential bereits erahnen.
Auch wenn Satrugar jetzt befriedet ist, konnte er als Vorbote nur ein unwesentlicher Teil davon gewesen sein. Vielleicht findet man ja noch einen Auslöser seines Verderbens.
Ohne von langer Hand versteckter Grundlagen für die Negasphäre wird sich dieses generelle Umkippen unserer kosmischen Hemisphäre kaum verständlich machen lassen.
Das Wegfallen bestimmter Faktoren allein wird als Erklärung nicht genügen. Blinde Passagiere beim Hangay-Transfer kämen etwa in Betracht.

Die drei kleinen Siganesen sind sich der problematischen Lage, in der sie stecken, schon sehr bewusst. Solchen Experten der Tarnung, als die sich durch ihre Dunkelfelder erweisen, müsste die anfällige Deflektortechnik leicht durchschaubar sein. Vielleicht war es aber noch nie nötig, innerhalb eines Dunkelfeldes nach anderen Unsichtbaren zu suchen.
So braucht TERRA unbedingt jetzt Grundlagen dieser Technik, ein zweites Mal unterläuft dem Feind ein solcher Flüchtigkeitsfehler garantiert nicht.
Zugestehen sollte man aber Zon Facter, so rudimentär er nur noch vorhanden ist (seiner Sinne beraubt) die Siganesen übersehen zu dürfen. In so einer umfassenden Regeneration wäre jedes andere bekannte Lebewesen absolut ausgeschaltet, wenn überhaupt noch zu retten. Im kleinen Gefährt könnte er höchstens durch sein Rumtoben versehentlich einen zerquetschen.
Es zeigt sich aber auch die Schwäche des totalitären Systems, offenbar mit einem Übermaß an Ressourcen.
Wenn der Duale Kapitän das kleinste Versagen mit sofortiger Auslöschung ahndet, beraubt er sich der Aufklärung von Unsicherheitsfaktoren. Es zieht auch das Hauptaugenmerk seiner Kämpfer auf das Retten der eigenen Haut. Das alte chaotarchische Prinzip eben, sich selbst der größte Feind zu sein.

Der Duale Kapitän ist dual nicht etwa von zwei Daseinsebenen her.
Er ist eher ein Verschnitt – zur einen Hälfte ein Vogelarbeiter, zur anderen ein Schlangenwächter. Und er hat die Fähigkeit, zu einem Riesen anzuwachsen. Er ist zwar der Leiter des Kolonnenforts, aber seine künstlich erzeugte Form zeugt auch von einem Marionettendasein.
Ist es seine Willensbekundung, mit der er Folterqualen auslöst?
So wie der reduzierte Trupp der Micro-Bestien mit Schmerzwellen zu Boden geworfen wird.
Da bleibt offen, ob er mit Parapsifähigkeit ausgestattet ist, oder ob nur ihm ein besonderes technisches Instrument zur Seite gestellt ist.

Man kann ja einen siganesischen Minister gut schocken, mit einer Aussicht auf Verpflegung durch rosthaltiges Wasser und Schimmelpilze :-).
Was man alles aber in einer Neuinstallation schwerlich auffinden wird. Auch mit anderer Ernährung wird es schwer werden, wenn die Bestien nur Quarzsand fressen. Im Getümmel der Aufbauarbeiten trifft man jedoch auf andere Wesen.
Eine Armada bestehend aus einer Monokultur wäre ja auch undenkbar. Und undankbar für die Phantasie.
Sind es parasitäre Insekten oder Reste einer Rattenplage? Avoide, also Vogelnachkommen sind es, die hier eine Existenznische gefunden haben. Ein nicht ungefährlicher Riesenschnabel prädestiniert sie zu Sparringspartnern oder Jagdbeute der unter stetem Kampfzwang stehenden Mikro-Bestien. Nebenbei sichern sie sich ihre Existenzgrundlage mit Bauarbeiten.
Die Siganesen verraten schnell ihre Anwesenheit.
Aber ohne einen Koffter den Bautrupps zu stehlen, hätten sie gar kein Vorankommen, um sich einen Überblick über die ausufernde Station zu verschaffen.

Den Mikro-Bestien wird freigestellt, ihr Versagen zu beheben. Sie sind bereits auf der Suche und Jagd. Zon Facter verliert nicht nur den Führungsanspruch über die Truppe. Seine Laboratenkralle, vom schweren Beschuss in der Stahlorchidee lädiert, beginnt bei der Folter abzusterben – ohne ihren Träger mit in den Tod zu reißen.

Werden die Siganesen noch eine Botschaft an Terra senden können, mit Daten über Standort und Technik des Forts? Oder können sie es sogar sabotieren?
Wenn sie erfolglos untergehen, bringt Perrys Welt gar keinen Hebel mehr in die Negasphäre.
Oder beginnt für die politischen Repräsentanten von Siga eine Odyssee, wie sie sonst Perry gerne mit einzelnen seiner Freunde absolvierte?


Letztes Update dieser Seite am 14.11.2005