Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Bei diesem Titelbild kommt wiedermal Dirk Schulz'
Vorliebe für hübsche Damen mit großer Oberweite zum
Vorschein (mit viel Holz vor der Hütten,
wie wir in Bayern so gerne sagen).
J aja, Sex sells, das ist ja bekannt. Kann natürlich auch eine
Verlagsvorgabe sein - aber ich will da niemanden etwas unterstellen!
Dirk ist hier auf jeden Fall ein sehr schönes Portrait der drei
Handlungsträger des Romans gelungen. Die Siganesen unter der Führung
von Demetrius Luke kämpfen sich durch den Hanger des im Bau befindlichen
Kolonnenforts.
Ein wunderschönes Bild, und die nette Signanesin Danni Queenz tut
da ihr Übriges dazu ;-)
Tja, Perry Rhodan ist und bleibt einfach eine Männerdomäne
- würde mich nicht wundern, einen Abzug dieses Bildes als Großplakat
am VPM-Stand während der Frankfurter Buchmesse vorzufinden.
Bei der Innenillustration
hat es sich Dirk Schulz einfach gemacht. Derselbe Hintergrund des Titelbilds
(sprich der Hangar des Kolonnenforts) aus einer etwas weiteren Perspektive,
diesmal aber mit Zon Factor im Mittelpunkt. Tja, die moderne Computertechnik
macht es möglich! Trotzdem, ein sehr schönes Haluter-Portrait.
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
.Der Perry Rhodan- Heft-Purist dürfte erstaunt
sein:
Feldhoff wegen seiner Regenbogen-Feelgood-Werke geschätzt, schlägt
hier Töne an, wie wir sie eigentlich nur von Leo Lukas kennen.
Dann versteht man auch, wieso die angestrebte Verjüngung der P.R.-Serie
letzthin nur bei Kabarett und Klamauk angesetzt wurde.
Schon aufgefallen: TERRANOVA steht nicht mehr auf der Titelseite.
Ergäbe auch für Archivare Verwechslung mit der alten MOEWIG-Serie.
Vielleicht bestehen auch noch Zweifel, den Zyklus den angekündigten
Zeitraum von 200 Heften durchzuhalten. (siehe Step bei 1875).
Zeitgenössische Gedanken dieser Tage: Wird Frau Merkel, die Miss
Misstrauen aus dem Osten Deutschlands, den vom Wähler angerichteten
Mist trauen für Deutschland?
Perry Rhodan ist da wieder mal weiter. Wir stecken bereits tief im Neubeginn.
Ein 45 Jahre altes Geheimnis der Heftserie wird auf der LKS offenbart:
Aktuell gedenkt man gerade Charles Lindbergh, dem ersten Atlantik-Überquerer
per Flugzeug, und gibt zu, dass das vertraut wirkende Gesicht Perry
Rhodans eine Schnittmenge Charles Lindberghs und Richard Burtons ist.
(Trotzdem war bei der Benennung des Raumschiffes RICHARD BURTON nicht
dieser Schauspieler gemeint.)
Fing man ab 2200 noch sehr jugendlich an, dominiert bei einem doppelt
so langen Zyklus vorerst das möglichst Kleine.
Momentan sind Siganesen und genetisch in Miniatur gebrachte Vorhaluter
der bescheidene Einstieg. Die Negasphäre als Schatten dräuend
im Hintergrund, noch zart und sehr diffus, lässt den Leser das
ungeheuere, darin steckende Potential bereits erahnen.
Auch wenn Satrugar jetzt befriedet ist, konnte er als Vorbote nur ein
unwesentlicher Teil davon gewesen sein. Vielleicht findet man ja noch
einen Auslöser seines Verderbens.
Ohne von langer Hand versteckter Grundlagen für die Negasphäre
wird sich dieses generelle Umkippen unserer kosmischen Hemisphäre
kaum verständlich machen lassen.
Das Wegfallen bestimmter Faktoren allein wird als Erklärung nicht
genügen. Blinde Passagiere beim Hangay-Transfer kämen etwa
in Betracht.
Die drei kleinen Siganesen sind sich der problematischen Lage, in der
sie stecken, schon sehr bewusst. Solchen Experten der Tarnung, als die
sich durch ihre Dunkelfelder erweisen, müsste die anfällige
Deflektortechnik leicht durchschaubar sein. Vielleicht war es aber noch
nie nötig, innerhalb eines Dunkelfeldes nach anderen Unsichtbaren
zu suchen.
So braucht TERRA unbedingt jetzt Grundlagen dieser Technik, ein zweites
Mal unterläuft dem Feind ein solcher Flüchtigkeitsfehler garantiert
nicht.
Zugestehen sollte man aber Zon Facter, so rudimentär er nur noch
vorhanden ist (seiner Sinne beraubt) die Siganesen übersehen zu
dürfen. In so einer umfassenden Regeneration wäre jedes andere
bekannte Lebewesen absolut ausgeschaltet, wenn überhaupt noch zu
retten. Im kleinen Gefährt könnte er höchstens durch
sein Rumtoben versehentlich einen zerquetschen.
Es zeigt sich aber auch die Schwäche des totalitären Systems,
offenbar mit einem Übermaß an Ressourcen.
Wenn der Duale Kapitän das kleinste Versagen mit sofortiger Auslöschung
ahndet, beraubt er sich der Aufklärung von Unsicherheitsfaktoren.
Es zieht auch das Hauptaugenmerk seiner Kämpfer auf das Retten
der eigenen Haut. Das alte chaotarchische Prinzip eben, sich selbst
der größte Feind zu sein.
Der Duale Kapitän ist dual nicht etwa von zwei Daseinsebenen her.
Er ist eher ein Verschnitt – zur einen Hälfte ein Vogelarbeiter,
zur anderen ein Schlangenwächter. Und er hat die Fähigkeit,
zu einem Riesen anzuwachsen. Er ist zwar der Leiter des Kolonnenforts,
aber seine künstlich erzeugte Form zeugt auch von einem Marionettendasein.
Ist es seine Willensbekundung, mit der er Folterqualen auslöst?
So wie der reduzierte Trupp der Micro-Bestien mit Schmerzwellen zu Boden
geworfen wird.
Da bleibt offen, ob er mit Parapsifähigkeit ausgestattet ist, oder
ob nur ihm ein besonderes technisches Instrument zur Seite gestellt
ist.
Man kann ja einen siganesischen Minister gut schocken, mit einer Aussicht
auf Verpflegung durch rosthaltiges Wasser und Schimmelpilze :-).
Was man alles aber in einer Neuinstallation schwerlich auffinden wird.
Auch mit anderer Ernährung wird es schwer werden, wenn die Bestien
nur Quarzsand fressen. Im Getümmel der Aufbauarbeiten trifft man
jedoch auf andere Wesen.
Eine Armada bestehend aus einer Monokultur wäre ja auch undenkbar.
Und undankbar für die Phantasie.
Sind es parasitäre Insekten oder Reste einer Rattenplage? Avoide,
also Vogelnachkommen sind es, die hier eine Existenznische gefunden
haben. Ein nicht ungefährlicher Riesenschnabel prädestiniert
sie zu Sparringspartnern oder Jagdbeute der unter stetem Kampfzwang
stehenden Mikro-Bestien. Nebenbei sichern sie sich ihre Existenzgrundlage
mit Bauarbeiten.
Die Siganesen verraten schnell ihre Anwesenheit.
Aber ohne einen Koffter den Bautrupps zu stehlen, hätten sie gar
kein Vorankommen, um sich einen Überblick über die ausufernde
Station zu verschaffen.
Den Mikro-Bestien wird freigestellt, ihr Versagen zu beheben. Sie sind
bereits auf der Suche und Jagd. Zon Facter verliert nicht nur den Führungsanspruch
über die Truppe. Seine Laboratenkralle, vom schweren Beschuss in
der Stahlorchidee lädiert, beginnt bei der Folter abzusterben –
ohne ihren Träger mit in den Tod zu reißen.
Werden die Siganesen noch eine Botschaft an Terra senden können,
mit Daten über Standort und Technik des Forts? Oder können
sie es sogar sabotieren?
Wenn sie erfolglos untergehen, bringt Perrys Welt gar keinen Hebel mehr
in die Negasphäre.
Oder beginnt für die politischen Repräsentanten von Siga eine
Odyssee, wie sie sonst Perry gerne mit einzelnen seiner Freunde absolvierte?
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