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Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid) Wie schon bei den Autoren dürfen sich ab und
an auch bei den Titelbildern neue Zeichner probieren. Andreas Adamus
steht hier als Beispiel an, genauso wie die Computertitelbilder von
Oliver Johanndrees in den 1900er Bänden. Erich ergänzt: Mit der Innenillustration zeigt uns Michael Wittmann seine Version des Dualen Kapitäns. Leider muss er sich da streng an die Mastergrafik von Dirk Schulz halten (welche uns Hubert Haensel nochmal ausführlich im PR-Report dieses Heftes vorstellt) - schade, mir hätte da etwas künstlerische Freiheit gefallen. Wäre interessant, wie Michael die beiden Köpfe gezeichnet hätte! Begeistert hat mich aber der restliche Körper Zerberoffs (um das Zwitterwesen mal beim Namen zu nennen ;-). Wie in den Romanen beschrieben, sind die Körperhälften sehr unterschiedlich in den Proportionen - das hat Michael wirklich anschaulich und überzeugend hinbekommen! Kompliment nach Wien!!!
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Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Titelbild: Erst ein großes Ratespiel, überzieht D. Schulz seinen Viererblock? Nein, es ist die Premiere auf dem Heftcover für einen alten Bekannten. Seine ätherischen Arbeiten zierten die letzten Taschenbuchausgaben von Perry Rhodan. Nun sieht man, dass er sich auch unter Heftcover-Bedingungen bestens einzureihen versteht. Ohne dass er von seinen individuellen Besonderheiten lassen müsste. Dem simplen Alltagseindruck einer Rolltreppe gewinnt er eine designerisch interessante Präsentation ab. Modevorlieben der Comiczeichner, gewachsen aus dem Mangastil, verknüpft er mit dem derzeitigen Strampler-Outfit der Kids zu einer Haute Couture, die man sich so durchaus bald im Alltag besser als so manches vom Laufsteg vorstellen könnte. Wie die Dame auf der Vorderseite wohl geknüpft ist? Irritationen sind vorprogrammiert. Aber ich denke, es geht durchaus. Zum Autoren: Es gibt immer noch eine Antwort auf ungeliebte Kritiken. Auf Castor folgte Lukas. Auf Lukas folgt Mister Monster Tornado Michael Marcus Thurner. Der charmante quirlige Newcomer hatte bereits einen Rekord aufgestellt, bevor ihn Leser überhaupt wahrnahmen. Er soll derjenige Autor sein, dem am meisten Text wieder weggestrichen wurde. So legt er gleich zu Beginn dem eher besonnenen Julian spießbürgerliche Abfälligkeiten über in den Stadtbrunnen gepinkelte Unendlichkeitssymbole in den Mund. Aber ein Irrtum, nur die Eltern von Marc (!) heißen Mory und Julian. Der P.R.-Leser, der gewöhnt ist, dass ihm alles vorgekaut wird, darf sich bei MMT auf höchste Aufmerksamkeit einstellen, sonst hat er von vorneherein verloren. Marc London wird von Fawn Suzuke angemacht. Der Autor, den ich in dieser Figur gewollt inkarniert sehe, zieht sich hier als Erneuerung Alaska Saedelaeres auf. Das Sprachrohr des Nukleus habe ich ja bereits als neue Kytoma identifiziert. Warum klein anfangen, wo man bereits groß klotzen kann. Nicht dass ich MMT diesem Versuch Missgunst entgegen bringe. Nur, einen Mythos aufbauen – das kann man nicht erzwingen. Dazu braucht es viel Fingerspitzengefühl und Ausdauer. Und nicht der Autor bestimmt den Weg. Weiteres zur Handlung: Zwar findet der DUALE KAPITÄN bei den Mondwerften den Bau der TERRANOVA-Flotte, worüber vom Dunklen Ermittler nichts berichtet wurde. Allerdings ist das ein absolut neues Projekt, das ja zum Zeitpunkt der Großen Konferenz erst gestartet und aufgrund der Entdeckung des Kolonnenforts modifiziert wurde. Aber auf Begriffe, die die Einschätzung Terras verändern könnte, wie ARCHETIM, Chronofossil oder Trokan, wird hier leider nicht eingegangen. (Ob es als Ablenkung schon reicht, wenn es einen Schokoriegel „Trokan“ gibt?) Dafür wird bei seinem Flug über terranische Metropolen soviel über Lebensart und politische Form reflektiert, wie es wohl seit sechs Jahren nicht mehr geschah. Muß da erst ein Chaotarchenbüttel kommen, um seine Heimatwelt wieder schätzen zu lernen? Ich schätze ja Wittmanns Heiterkeit und Frohsinn verbreitende Zeichnungen, die weniger Grafiken, sondern mehr Karikaturen sind. Hier entlarvt er den D.K. als Identifikationsfigur für ungelenke Pubertierende. Sehe ich mir aber die miteinander verwundenen Textbausteine an, die die Gehirnkrümmungen vorwärts und rückwärts belasten, ist dies schon Belastungstraining, nicht nur für hochbegabte Kinder, sondern auch für erfahrenere Semester. Jetzt ist es endgültig klar, der D.K. ist paramental begabt. Und auch Marc London, dessen Resonanz er vernimmt. Erweiterung der Mutantenliste! Und der Nukleus kann doch mitmischen. Hoffentlich bleibt das so. Es reicht ja schon die Ablenkung, dass die Eröffnung einer neuen Transmit-Strecke am gefrusteten Erkunder im Dunkelfeld vorbeigeht. Irgendwie passt Daellian plötzlich besser ins Figurenkabinett. Auch toll, dass er sich Kantors Unvollendeter (Gleichung) annimmt. Die Sextante, Weiterentwicklung der Hypergiraffe, ermöglicht evtl. doch die Ortung der Dunkelfelder. Man konnte erst in diese Richtung suchen und entwickeln, nachdem entsprechende Kenntnisse vorlagen. Nicht zu vergessen, die anderen Forts bauen indes hurtig weiter. Der erste Band endet fast mit dem gleichen Cliffhanger, wie die Episode um die Rochettes bei L. Lukas, als H.G. Adams entführt wurde. Nur dass Daellian sich die nichtvorhandenen Haare raufen wird, wieso ein nichtsnutziger schnöseliger Student verschwindet. Atlan Village gefällt mir schon einen Deut besser
als Wien. Möglicherweise hat MMT nicht den scharfen Biss. In einer
nonchalanten Art bringt er zarte Töne sehr griffig. Seine überzogenen
Frechheiten sollten darüber nicht hinweg täuschen. Teilweise
erneuter Verrat am Perry-Flair. Doch als Gegengewicht steht solide Basisarbeit
am Langzeiteindruck, dass man ganz kommode damit leben kann. |
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Letztes Update dieser Seite am
14.11.2005 |