Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Wow, manchmal gehen Wünsche schneller in Erfüllung,
als man denkt!!!
Da lamentiere ich noch vor zwei Wochen darüber, dass sich alle
Coverkünstler nach der Mastergrafik von Dirk Schulz richten, -
schon belehrt mich Oliver Scholl eines Besseren.
Düster blicken den Leser die zwei Köpfe Zerberoffs an, verschwommen
der Hintergrund, wie im Alptraum.
Dumm nur die beiden unvermeintlichen Raumschiffe im Vordergrund - die
mussten wohl sein, um den Aspekt der Science Fiction ins Spiel zu bringen.
Schade eigentlich, wäre es doch sonst ein recht exotisches Bild
geworden.
Und für ein Magazin über Natur und Tiere hätte es der
Käufer am Bahnhofsbuchhandel bestimmt nicht gehalten ;-)
Nun gut, ich freue mich auf jeden Fall, das Oliver anscheinend meiner
Meinung ist und dem Dualen Kapitän den Kopf eines Habichts und
einer Python gibt - das finde ich echt gelungen.
Da es sich bei dem Bild diesmal ziemlich sicher um eine Traumsequenz
von Marc handelt (geht aus dem Inhalt des Romans hervor), bleibt uns
der Rest von Zerberoffs Körper verwehrt.
Schade, hätte mich mal interessiert, wie Oliver Scholl diese Figur
interpretiert hätte.
Erich ergänzt:
Düsterer Zyklon mit Tierköpfen und antikem Raumfahrtobjekt.
Erst als man den dämonisch verzerrten Wolfskopf als echsenartig
identifiziert, erkennt man, dass man auf den Dualen Kapitän, versunken
in Qualen, herabblickt.
Allegorisches Waschmaschinenfernsehen. Leicht zu übersehen durch
die lila Unaufdringlichkeit.
Richtig Angst kann einem die Innenillu
von Michael machen: Sollte jemand eine Aversion gegen Ärzte und
Operation hegen, dann wird ihm das Bild von Michael darin bestätigen.
Aus der Sicht des Patienten blicken den Betrachter des Bildes die Ärzte
im Dienst der Chaosmächte (Anatome genannt) an - und man weiß
sofort, die finsteren Gesellen haben nichts Gutes vor!
Das tun sie auch nicht, schließlich leiten sie sich gerade auf
die Geburt des Dualen Kaptains ein (sprich, die schneiden die beiden
Wesen auseinander, die dann den Dualen Kapitän ergeben! Der Arme
darf die ganze Sache dank Marcs Mutantenfähigkeit nochmal erleben,
nachdem ihm die Chaosmächte die Erinnerung daran geraubt hatten
- tja, die wussten schon warum).
Das Bild dürfte seinen Ursprung in der Serie BABYLON 5 haben; dort
gibt es in einer Folge der vierten Staffel eine Szene, die dieselbe
Perspektive zeigt.
Auch in der Serie VAMPIRA aus dem Bastei-Verlag fand sich der Betrachter
des Bilds in Roman Nr.22 in der selben Situation (passend dazu der Titel:
AUSGELIEFERT)
Da kann man nur hoffen, dass Michael sich durch diese Beispiele inspirieren
ließ und nicht eigene Erfahrungen in diese gelungene Innenillustration
einfließen ließ!
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Diese Hilliebilly-Szene zur Einleitung – das
hätte selbst Leo Lukas nie gewagt.
Doch es ist ein neuseeländisches Eiland, wohin der Duale Kapitän
Marc London verschleppt, um ihn ungestört zu verhören.
Die latente Psi-Begabung, dessen Interferenzen vom D.K. unangenehm geortet
wurden, schlagen bei der Psi-Folter auf ihn zurück. Der Peiniger
erlebt die endogene Qual, wie er sie bislang seinen Untergebenen oder
anderen Opfern zufügte, erstmalig am eigenen Wesen.
Ex-Artistin Mondra und Sarg Daellian entdecken befremdet in der Wohnung
des Entführten Eintragungen über Nukleusbotin Suzuke in dessen
Tagebuch.
Der erste Sextant soll in die ANENKA eingebaut werden. So kann man den
Überlebenden des Forts kostengünstig als Studienobjekt für
Systemverbesserungen nutzen.
Der Kapitän Antonin der ANENKA gibt sich als die „einsame
Taiga-Variante“ eines erneuten Wortkarg-Dialogs.
Stilistische Unsitten reißen da ein.
Ob MMT ein heimlicher Besucher der Holzfäller-CONs der BWA-Leute
war?
Aber die ewigen Wünsche nach Sextadim-Technik werden endlich erfüllt.
Welch ein Klimmzug – und das gerade in Zeiten der Hyperimpedanz.
Myles Kantors Vermächtnis!
Auch bei der zweiten Schmerzattacke erinnert sich Zerberoff an die Geschichte
seiner Väter. Die Kolonnen-Anatomen schnippelten an ihrer beiden
Körper so lange herum, bis sie eine lebensfähige Kompatibilität
erreichten. Damit nicht genug, fuhrwerkten sie in Gehirnmasse und den
Persönlichkeiten so lange herum, bis Psi-Potentiale zu einer neuen
Einheit erwuchsen. Dabei sind die ursprünglichen Identitäten
ausgespült und zersplittert, aber in neuer Kombination wieder zusammengepuzzelt
worden.
Soll sich im Kontakt mit diesem Mutanten (Marc London) der D.K. von
der Versklavung TRAITORs befreien, wie schon vor ihm seine Mikro-Bestie?
Doch das Talent des Jungen verliert sich an ihm. Er liefert nur ein
Spiel, das ihn an diesen Ort bindet.
Mit der präparierten Botschaft über eine Waffe gegen die Fraktale
Aufrissglocke orten sie ihn auf Rakiura, dem "Land des leuchtenden
Himmels" aus der Maori-Mythologie - besser bekannte als Stewart-Island.
Der Einheimische, der zur Pflege Marc Londons gezwungen war, entflieht.
Er schwört später, Captain Cooker, die mystische Ursau, hätte
ihm das Leben gerettet. Der für ihn gedachte Schuss hätte
das Fabelwesen bröckchenweise im ganzen Wald verteilt.
Starker Tobak auch, wie die Dunkelkapsel mit dem Dualen Schwerenöter
in die Falle auf dem Coreos-Mondgelände schwebt.
Das Psycho-Duell, bzw. das Patt im Spiel, endet mit dem Tausch Geisel
gegen Freiheit.
Daellian, der dagegen ist, als Verräter an den Prinzipien der Menschlichkeit
zu bezeichnen, finde ich unfair.
Die Botschaft über Terra als Störenfried der Großinvasion
dürfte niemals zur Terminalen Kolonne gelangen.
Die Vernichtung NATHANS und großer Teile Lunas nötigen da
schon eher zu diesem Schritt.
Alle Hoffnungen auf diesen Jungen setzen, heißt nämlich genauso,
ihn gnadenlos zu opfern.
Wir haben es bei den Vandemar-Zwillingen bereits einmal erlebt.
Ebenso übertrieben finde ich, den D.K. als gefährlichstes
Wesen der Milchstraße zu bezeichnen. Überlegene Technik und
Hochmut, das hatte bereits der Inquisitor, der durch das STERNENFENSTER
kam, zu bieten.
Nicht viel Neues unter TERRANOVA, ist man versucht zu sagen.
Doch diese ersten sechs Bände sind in einem stabilen Guss gefertigt,
auf dem man aufbauen kann.
Auch wenn es nur effektive 50 Seiten Handlung waren, (wie gut so ein
Bastelbogen darüber hinweg täuschen kann, dass die Hefte dünner
werden :-) ), die komprimierte Aufbereitung und faktische Dichte bei
gekonnter Spannung, geben Salbe auf das ewig unzufriedene Gemüt.
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