Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Nanu, ist Ralph Voltz ins Perry Rhodan-Zeichnerteam
zurückgekehrt?
Auf den ersten Blick hat es so den Anschein: die Farbgebung des Himmels,
der ganze Aufbau des Bildes. Aus der Ameisenperspektive sieht man auf
steinerne Obelisken empor (im Vordergrund Bäume), im Abendrot erscheint
ein Raumschiff, welches Blitze auf die Obelisken herabschleudert. Das
Gefährt enttarnt dann auch den wahren Zeichner dieses Bildes:
ein Raumschiff typisch Marke Alfred Kelsner!
Trotzdem muß ich sagen, dass ich mich auf den ersten Blick täuschen
ließ! Eine ungewöhnlich Perspektive für Alfred - doch
recht gelungen! Der Titel und das Bild lassen darauf schließen,
dass es sich bei den Obelisken um verstorbene Cynos handelt ... um sehr,
sehr große Cynos. Da die Szene im Abendrot spielt, werfen die
Obelisken keinen Schatten ;-).
Die Innenillustration
von Michael Wittmann entführt uns nach Stonehenge, und eine Steinzeitfrau
spielt Blitzableiter in der bekannten Steinanlage, so mein erster Eindruck.
Das passt sehr gut zum Titelbild von Alfred. Allerdings erkennt man
hier kein Raumschiff am Himmel.
Und sollte die Steinalage identisch mit den Obelisken des Titelbildes
sein, dann sehen diese hier wesentlich kleiner und eckiger aus weniger
wie versteinerte Cynos.
Hier hätten sich die beiden Zeichner etwas besser absprechen sollen!
Trotzdem - ein sehr düsteres Bild!!
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Die Cynos, bzw. deren schattenlose Obelisken, traten
in den 500er-Bänden im SCHWARM-Zyklus erstmals auf.
Der erscheint derzeit als 9-bändige Hardcover-Sonderreihe bei HEYNE.
Offenbar war die Doppelschiene ATLAN-Hardcover, Nachdruck der "Kristallprinz
Atlan"-Abenteuer aus der "ATLAN-Classic"-Heftserie und
Varganen in der Neuversion der "ATLAN"-Heftreihe bei Neulesern
förderlich.
Ihre Vorgeschichte wurde in den SOL-Abenteuern nach Band 2000 neu geknüpft.
Aber 100 m hohe Säulen – das muss eine andere Bewandnis haben.
Neue Sternenvielfalt am Himmel – gilt das für einen Randbezirk
Jamondis oder für den angrenzenden Hayok-Archipel?
Das Volk im Schutz der Schattenlosen jedenfalls mutet wie ein Bindeglied
zu den Motana an. Es könnten beim überstürzten Aufbruch
nach ALHANDABA ganze Völker übersehen worden sein. Oder es
ist noch eine gesonderte Abkapselung im Hyperkokon freigeworden.
Die energetischen Entladungen am Artefakt warnen aber kaum vor dem Eintreffen
des Lichts. Es beunruhigt zwar das einfache Volk von Bauern und Fischern
– mit der unsichtbaren Gefahr dürfte wohl eher die Negasphäre
bzw. das Eintreffen der Chaos-Kolonne in Frage kommen.
Gucky erfährt vom Bewusstseinskollektiv, dass die Obelisken eine
andere Form von Cynos sind als die bisher bekannten. Ein Ruf hat sie
erreicht, dem sie nicht antworten können: Die Bewohner Novathos
sind in Gefahr.
Novanten sind blauhäutig -In dieser Sternengegend also ein möglicher
Bezug zu den Akonen.
Die Auswirkungen der nahenden Gefahr sorgen jetzt schon für den
Zusammenbruch des Bestehenden: Verwilderte Männer und Raubtiere
durchbrechen die Bannkreise, Säuglinge schreien sich ins Koma,
und den alten Weisen reißt die Verbindung zum Weltsein. In der
BUENOS AIRES, ihrem Schiff, helfen sie der mehrmals verunglückten
Fischerin Ela.
Die Säulen kommen von Tare-Scharm, wie schon ARCHETIM, können
sich abe nicht an den letzten Kampf gegen die Negasphäre erinnern.
Aber zusammen mit Gucky können sie den RUF entziffern. Er kommt
von den PANGALAKTISCHEN STATISTIKERN von Wassermal, die sich als ihre
Verwandten bezeichnen. Welche ja Perry Rhodan persönlich auch das
Wissen über das entstehende Problem einer Negasphäre bei Hangay
zukommen ließen. Das wäre natürlich ein großes
Potential an Helfern, nur arg weit fern.
Auch wenn die Kosmokraten ein Tausend-Jahre-Fernbleiben-Müssen
bedauerten – zur Rettung der Obelisken konnten sie doch schnell
vorbeikommen. Oder es stellt sich die Frage, wie lange ihr Rettungsschiff
dafür unterwegs war?
Doch verreisen sollen die Cynos mit eigenen Mitteln und stehen nun vor
einem Dilemma:
Soviel Wissen ging ihnen verloren. Sie würden nie ankommen, sich
hoffnungslos verirren in den Weiten der Galaxien.
Wie gut, dass Gucky einen todkranken Emotionauten vermitteln kann. Der
Emotionaut Arthur Eizmet lässt seine sterbliche Hülle zurück
und dient ihnen als Lotse ... was für seine körperlose Seele
relative Unsterblichkeit bedeutet.
Bei ihrem Abflug hinterlassen die Schattenlosen einen Datenkristall
mit Koordinaten zu einem Schlüssel zum immer noch unzugänglichen
Sternenozean CHARON.
Bullys Lieblingsfeind „homo superior“ Jan Shruyver nimmt
sich des nun schutzlos gewordenen Volkes der Novanten an und bleibt
zurück. Die Fischerin Ela fühlt sich ja auch in seiner Nähe
so wohl.
Ein eigenständiger Band mit vielen kosmischen Ideen. Vorläufig
wurde einiges an Potential davon verschenkt. Aber wir brauchen ja so
fragmentarische Puzzlesteine für die großen kosmischen Rätsel.
Horst Hoffmann liefert eine kompakt gestaltete Arbeit ab.
Eine Ahnung von Beschaulichkeit alter Sternenvölker, die viel Wärme
ausstrahlt. Ein letzter Hort der Ruhe inmitten der anrollenden Woge
des Schreckens?
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