Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Mit dem Cover des Heftes 2311 präsentiert uns
Alfred Kelsner ein sehr einfaches Titelbild, welches für jeden
X-bliebigen SF-Roman verwendbar wäre. Die Strukturdolbe im Anflug
auf den Planet Stolpe - der obligatorische Mond und dazu passend das
Milchstraßenzentrum im Hintergrund.
Störend dabei:
Das System befindet sich innerhalb der Charonwolke, also soll das nicht
das Milchstraßenzentrum oder einen Sternhaufen darstellen, sonder
das undurchdringliche Strukturgestöber.
Das hätte ich mir aber viel intensiver gewünscht, auch wenn
die Planetensysteme "Blasen" innerhalb dieser Wolken darstellen;
es darf nicht wie jedes andere System ausserhalb der Charonwolke aussehen
(z.B.Sterne im Hintergrund).
Dahingehend bin ich diesmal nicht so sehr mit Alfreds Motiv einverstanden.
Die Dolbe erinnert stark an das Raumschiff "Boomerang" auf
dem Cover von Perry
Rhodan Heft 1800.
Die Innenillustration
zeigt uns von Handlungsträger Kempo Doll`Arym ein sehr schönes
Portrait.
Der Bengel könnte glatt ein Fehltritts Atlans sein, oder Kempos
Gene schlagen bei den Arkoniden durch (schließlich waren die Montana
ja eher auf der galaktischen Bühne vertreten als die Menschheit).
Die Strukturbrille hätte ich mir etwas "spaciger" gewünscht.
Kempos Brille sieht aus wie ein Billigkauf aus einem Discounter (jaja,
sowas gibt es auch schon ab und zu in solchen Läden zu kaufen)
- also würde ich lieber zu Fielmann gehen ... (öh,
sorry, schon wieder Schleichwerbung)
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Zwei sehr schlicht gehaltene Titelbilder für
den Doppelband 2310/11 von Leo Lukas, was dieser diesmal so gehalten
nicht verdient. Stilistisch hat sich Leo Lukas nämlich so zurückgehalten
und angepasst, dass er von den langjährig bewährten Schreibern
der Serie nicht mehr wegzukennen ist.
Die Versuchung ist immer groß, einen Doppelband in einer Sammelbesprechung
abzuhandeln. War aber, wenn eine Vorgabe bestand, in 2 Einzel-Abenteuer
zu trennen. Es hat den Vorband qualitativ angehoben.
Erholung, Beruhigung, Auflösung des Dramas werfen dieses Heft erst
einmal unerwartet zurück. Denn durch die Zusammenführung der
gelegten Schienen ist die Handlung sehr vorhersehbar geworden.
Marc London wirkt leicht euphorisch, als er endlich Esperkontakt mit
Einblick in Strukturpilotensicht bekommt. Er entwickelt einige kommunikative
Ideen, die Strukturblasenerzeuger aus dem Gestöber zu locken. Die
Aufgabe bedeutet aber wohl eher, unabhängig in Charon zu agieren.
Hier zeigt sich wieder das Problem der Zeitschiene: Die Schilderung
der Strukturpiloten ist immer noch nicht beim Konterschlag gegen den
Kolonnenangriff.
Nettigkeiten um die gefeierten Kids geben trügerische Sahne in
den Friede-Freude-Eierkuchen. Kempo hat sowohl seine Auhara wie auch
die Dolbe DORYNA.
Ein Versprechen wird eingelöst: Sheerdurn fliegt mit.
Ihre Aufgaben lösen sie effektiv.
Wie nutzt man Unterstunden? Mit einer Pionierfahrt in den Außenraum!
Sterne, fremde Schiffe – oh, Schreck!
Der Rat blockiert und verteilt Maulkörbe.
Was Sheerdurn vorausgesagt hatte.
Als sie einen alten Freund Sheerdurns in seinem Wüstenexil aufsuchen,
begegnen sie Kempos potentiellem Schicksal: Ein verstoßener Rebell,
der den Raub seiner Bestimmung als Pilot durch chronisches Malen von
Strukturgestöber ersetzen muss. Nur weil er einem alten Geheimnis
nachspürte, wurde er von den Mächtigen ausgeschaltet. Seine
Mannschaft hatte den eigenmächtigen Flug vereitelt. In Apokryphen
teilt er ihnen vor seinem Tod mit, dass Stolp sein Ziel gewesen wäre.
Dort entdeckt Kempo uralte Produktionsstätten für Dolben,
sowie einige eingewinterte, fast einsatzbereite Musterexemplare.
Und er entdeckt, dass hier die geheime Kaderschmiede der Charon-Garde,
einer ausgelöschten oppositionellen Kraft, untergebracht war.
Was liegt näher für einen visionären Aufsässigen,
als solche alten Zeiten wieder zu beleben!
Mit dem Geld seines Schwiegervaters in spe besorgt er sich Gerätschaften
und Materialien zur Inbetriebnahme.
Sheerdurn wird dafür zum Leitenden Ingenieur erhoben.
Außerdem macht Kempo kalt gestellte Strukturpiloten in ihrem Exil
ausfindig und rekrutiert die Invaliden und Renegaten. Vorerst hat er
ein überlastetes technisches Personal aber nur eine zweite Besatzung
für eine zusätzliche Dolbe. So mancher der alten Unruhestifter
muss erst von Grund auf ausgebildet werden.
Er will auch beginnen, seine Fähigkeit zur Explosiven Kraft auszutesten.
Doch da muss er zu seinem Leidwesen erfahren, dass der Einsatz ?????h?????????????dieser
Kraft nie ohne den Tod eines Besatzungsmitgliedes möglich sein
wird.
Als sie kurz darauf empört das Eindringen des TRAITOR-Katamarans
mit allen Störungen des Gestöbers mitansehen müssen,
versuchen sie erst auf anderen Wegen, sie zu stoppen. Dabei geraten
sie in Bedrängnis.
Kempo hofft bei sich und seiner selten starken Ausprägung eine
Ausnahme von der Regel. Sie schlagen auch erfolgreich das TRAITOR-Schiff
zurück. Doch ist nun seine Gefährtin Auhara nicht einfach
nur bewusstlos.
So ist es ein schwer niedergeschlagener und früh gereifter Träger
der Explosiven Kraft, der den Kontakt aufnimmt mit Marc.
Wird es der Beginn einer langen Freundschaft?
Nachdem Leo Lukas scheinbar für den 1.Teil des Doppelbandes (#
2310) soviel verschenkt hat, braust er hier mit ungetrübter Energie
weiter. Gut, er muss uns offenbar möglichst schnell das Leben in
der Charon-Wolke nahe bringen.
Meiner Meinung nach hat er diese Aufgabe unaufdringlich aber sehr weitreichend
geschafft.
Und er hat den jugendlichen Reifungsprozess stringend weitergeführt,
ohne dass der fließende Übergang in den Hauptstrang der Handlung
Schaden genommen hätte.
Zwar nicht mehr der Goldene Schuss wie im ersten Band aber immer noch
Goldmedaille!
Jetzt ist es vorbei mit „Gastautor“, jetzt wollen wir mehr!
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