Band 2313:
Das Goldene System

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 16.12.2005
offizielle Romanvorstellung  auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Hubert Haensel
Titelbild: Swen Papenbrock
Illustration: Swen Papenbrock

Kommentar:  Neue Technik - Der Kantor-Sextant (2)
Extra: Clubnachrichten

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner


Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Ach Mann, schon wieder ein Raumschiff :-(.
Warum versteift sich Swen diesmal so auf die technische Seite des PERRY RHODAN-Universums?
Auf dem ersten Blick dachte ich, bei dem Raumschiff handelt es sich um eine neue Form eines Flottentender.
Kugelförmiges Raumschiff mit angedockter Plattform - im Hintergrund ein Asteroid ... ein gigantischer Asteroid. Tatsächlich handelt es sich aber um einen SKARABÄUS, eine neue Art von Kleinraumschiff. Warum dafür der Name eines ägyptischen Käfers herhalten muss, ist mir schleierhaft.
" Schildkröte" würde viel besser passen, aber diesen Namen hatte schon mal eine Shift-Reihe, oder?

Der SKARABÄUS nimmt Fahrt auf, und das Triebwerk beleuchtet dadurch einen Teil des Asteroiden im Hintergrund. Toll auch die blitzartigen Entladungen auf der Kuppel des Schutzschirms. Auf jeden Fall ist das Bild sehr stimmig und gefällt mir wesentlich besser als das der vorangegangenen Woche.

Auch in der Innenillustration setzt Swen seinen derzeitigen Hang zur Technik weiter fort:
Der klassische Kugelraumer im Strukturgestöber der Charonwolke - ob es sich um Atlans Schiff, die VERA CRUZ, handelt oder doch nur um ein Beiboot, lässt das Bild offen.
Ein richtiger Größenvergleich lässt sich nicht anstellen, dazu wäre noch ein Beiboot oder ein Shift notwendig. Ist ja auch egal.

Es ist nur schade, dass Swen nicht die Gelegenheit nutzt und eine Salkritschürfstelle samt versteinertem Vogelskelett zeichnet. Das wäre doch eine reizvolle Sache – vor allem, da ein Raumschiffsmotiv schon das Titelbild ziert ;-)


Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

Mit einer Huckepack-Dolbe geht es sehr zögerlich zum relativ nahe gelegenen Goldenen System. Wenn wirklich die Möglichkeit besteht, dass ein Blinder Passagier an Bord ist, gäbe das doch einen neuen Blickwinkel für das Versagen des Psi-Korresponders.
Wenn z.B. der Motivator der TRAITOR-Kolonne seine Fähigkeiten blockiert, wäre die Blockade der Strukturpiloten eine Wechselwirkung davon.
Atlan allerdings trägt beunruhigende Verdachtsmomente mit sich allein aus. Die seltsamen Beobachtungen am SKARABÄUS sind nämlich gedeckt durch die Eigenbröteleien Dr. Gregorians. Jahre der Forschung vor Charon bringt er ziemlich schnell auf einen gemeinsamen Nenner. Der schnelle Aufsteiger vom Bastelfreak zum Assistenten Daellians findet hier im Strukturgestöber offenbar seine Lebensbestimmung.

Dramaturgisch wird der Leser hart geprüft. Kaum hat man seine Phantasie über das Leben hinter dem Schleier Charons ad acta gelegt, beginnt das gleiche Spiel vor dem Goldenen System erneut. Ein sehr kurz gehaltener Doppelschritt. Es kommt einem vor, als würden die Charonis unwirsch beiseite geschubst.

Unter all den interessanten Aspekten um das Salkrit-Depot ... da tauchen bei mir seltsame Wahrnehmungslücken auf:
Wie wirkt die höhere Dichte in diesem System auf die Strukturpiloten?
Werden für den Einflug der Skarabäen überhaupt Vertreter Charons mitgenommen?
Aber Dr. Gregorian mit seinem Sato-Ambush-Erbgut will ohne funktionierende Instrumente, isoliert im kleinen Skarabäus, mit einem Fingerschnippen alles schneller verstehen können?
UHF und SHF erfordern wirklich Sondertalente.

Sture, unsensible, klotzige Techniten hingegen sind hier in ihrem Element. Rebellische Minenroboter haben sich zur Eigenständigkeit erhoben. Da müssen sich ja überragende Eigenschaften in ihrer Reproduktion erhalten haben. Über die Jahrtausende sollten sie wohl einiges an Salkrit für ihren Eigenbedarf verschwendet haben. Also muss es an diesem Ort ständig nachwachsen.
Was am besten dadurch erklärbar ist, dass hier ein Sammelbecken die beim Entstehen von Black Holes erzeugten Anomalien einfängt. Der unnatürlich hohe Staubanteil fände eine Erklärung durch ständige Materialisation.
Der Doppler-Effekt der alten Aufnahme, die erstmals einen Kraken zeigt, lässt auf eine Dimensionsüberlagerung schließen.
Was übrigens auch ein Schlüssel zur Deflagrationsrate wäre.

Aber es wartet ja noch eine große Welt.
Besonders genervt wurde ich von H. Haensel bei der Untersuchung des zweiten Asteroiden. Gut, er soll sich vom ersten unterscheiden, aber nicht für die Dramaturgie vom Autor vertauscht oder verwechselt werden.
Hier sind keine Anzeichen für Minentätigkeit; selbst der Kern ist härter und dichter. Dann ist bei aller Vorsicht beim manuellen Eingriff in die Felsen, um kein Salkrit zu verscheuchen, schnell der versteinerte Riesenvogel freigelegt. Die 30m-Vögel mit dem Salkritherzen könnten Wesen des Leerraums in diesem System sein. Die hohe Staubdichte gäbe eine vage Erklärung.

Jetzt kommt es: Aus bisher nicht vorhandenen Nebenräumen kommen Roboter in Schwärmen!
Da hätten wir Michael Nagula auch behalten können ;-).
Irgendwie tauchen die Kraken auf und retten sie vor dem Großangriff der Gitterraumer. Unklar und seltsam, wieso der gerade jetzt stattfindet. Hat Atlan als unbezahlter Fährmann agiert, für einen TRAITOR-Agenten, der hier eine isolierte TRAITOR-Kolonie aktiviert?

Zumindest sitzt Atlan erstmals fest. So etwas kann gut 50 Bände dauern ...


Letztes Update dieser Seite am 06.02.2006