Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Ach Mann, schon wieder ein Raumschiff :-(.
Warum versteift sich Swen diesmal so auf die technische Seite des PERRY
RHODAN-Universums?
Auf dem ersten Blick dachte ich, bei dem Raumschiff handelt es sich
um eine neue Form eines Flottentender.
Kugelförmiges Raumschiff mit angedockter Plattform - im Hintergrund
ein Asteroid ... ein gigantischer Asteroid. Tatsächlich handelt
es sich aber um einen SKARABÄUS, eine neue Art von Kleinraumschiff.
Warum dafür der Name eines ägyptischen Käfers herhalten
muss, ist mir schleierhaft.
" Schildkröte" würde viel besser passen, aber diesen
Namen hatte schon mal eine Shift-Reihe, oder?
Der SKARABÄUS nimmt Fahrt auf, und das Triebwerk beleuchtet dadurch
einen Teil des Asteroiden im Hintergrund. Toll auch die blitzartigen
Entladungen auf der Kuppel des Schutzschirms. Auf jeden Fall ist das
Bild sehr stimmig und gefällt mir wesentlich besser als das der
vorangegangenen Woche.
Auch in der Innenillustration
setzt Swen seinen derzeitigen Hang zur Technik weiter fort:
Der klassische Kugelraumer im Strukturgestöber der Charonwolke
- ob es sich um Atlans Schiff, die VERA CRUZ, handelt oder doch nur
um ein Beiboot, lässt das Bild offen.
Ein richtiger Größenvergleich lässt sich nicht anstellen,
dazu wäre noch ein Beiboot oder ein Shift notwendig. Ist ja auch
egal.
Es ist nur schade, dass Swen nicht die Gelegenheit nutzt und eine Salkritschürfstelle
samt versteinertem Vogelskelett zeichnet. Das wäre doch eine reizvolle
Sache – vor allem, da ein Raumschiffsmotiv schon das Titelbild
ziert ;-)
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Mit einer Huckepack-Dolbe geht es sehr zögerlich
zum relativ nahe gelegenen Goldenen System. Wenn wirklich die Möglichkeit
besteht, dass ein Blinder Passagier an Bord ist, gäbe das doch
einen neuen Blickwinkel für das Versagen des Psi-Korresponders.
Wenn z.B. der Motivator der TRAITOR-Kolonne seine Fähigkeiten blockiert,
wäre die Blockade der Strukturpiloten eine Wechselwirkung davon.
Atlan allerdings trägt beunruhigende Verdachtsmomente mit sich
allein aus. Die seltsamen Beobachtungen am SKARABÄUS sind nämlich
gedeckt durch die Eigenbröteleien Dr. Gregorians. Jahre der Forschung
vor Charon bringt er ziemlich schnell auf einen gemeinsamen Nenner.
Der schnelle Aufsteiger vom Bastelfreak zum Assistenten Daellians findet
hier im Strukturgestöber offenbar seine Lebensbestimmung.
Dramaturgisch wird der Leser hart geprüft. Kaum hat man seine Phantasie
über das Leben hinter dem Schleier Charons ad acta gelegt, beginnt
das gleiche Spiel vor dem Goldenen System erneut. Ein sehr kurz gehaltener
Doppelschritt. Es kommt einem vor, als würden die Charonis unwirsch
beiseite geschubst.
Unter all den interessanten Aspekten um das Salkrit-Depot ... da tauchen
bei mir seltsame Wahrnehmungslücken auf:
Wie wirkt die höhere Dichte in diesem System auf die Strukturpiloten?
Werden für den Einflug der Skarabäen überhaupt Vertreter
Charons mitgenommen?
Aber Dr. Gregorian mit seinem Sato-Ambush-Erbgut will ohne funktionierende
Instrumente, isoliert im kleinen Skarabäus, mit einem Fingerschnippen
alles schneller verstehen können?
UHF und SHF erfordern wirklich Sondertalente.
Sture, unsensible, klotzige Techniten hingegen sind hier in ihrem Element.
Rebellische Minenroboter haben sich zur Eigenständigkeit erhoben.
Da müssen sich ja überragende Eigenschaften in ihrer Reproduktion
erhalten haben. Über die Jahrtausende sollten sie wohl einiges
an Salkrit für ihren Eigenbedarf verschwendet haben. Also muss
es an diesem Ort ständig nachwachsen.
Was am besten dadurch erklärbar ist, dass hier ein Sammelbecken
die beim Entstehen von Black Holes erzeugten Anomalien einfängt.
Der unnatürlich hohe Staubanteil fände eine Erklärung
durch ständige Materialisation.
Der Doppler-Effekt der alten Aufnahme, die erstmals einen Kraken zeigt,
lässt auf eine Dimensionsüberlagerung schließen.
Was übrigens auch ein Schlüssel zur Deflagrationsrate wäre.
Aber es wartet ja noch eine große Welt.
Besonders genervt wurde ich von H. Haensel bei der Untersuchung des
zweiten Asteroiden. Gut, er soll sich vom ersten unterscheiden, aber
nicht für die Dramaturgie vom Autor vertauscht oder verwechselt
werden.
Hier sind keine Anzeichen für Minentätigkeit; selbst der Kern
ist härter und dichter. Dann ist bei aller Vorsicht beim manuellen
Eingriff in die Felsen, um kein Salkrit zu verscheuchen, schnell der
versteinerte Riesenvogel freigelegt. Die 30m-Vögel mit dem Salkritherzen
könnten Wesen des Leerraums in diesem System sein. Die hohe Staubdichte
gäbe eine vage Erklärung.
Jetzt kommt es: Aus bisher nicht vorhandenen Nebenräumen kommen
Roboter in Schwärmen!
Da hätten wir Michael Nagula auch behalten können ;-).
Irgendwie tauchen die Kraken auf und retten sie vor dem Großangriff
der Gitterraumer. Unklar und seltsam, wieso der gerade jetzt stattfindet.
Hat Atlan als unbezahlter Fährmann agiert, für einen TRAITOR-Agenten,
der hier eine isolierte TRAITOR-Kolonie aktiviert?
Zumindest sitzt Atlan erstmals fest. So etwas kann gut 50 Bände
dauern ...
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