Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Zwei TRAICAH-Fabriken im Abwehrkampf gegen Strukturstolpen
- dieses Motiv zeigt das Titelbild.
Mal ehrlich, hätte ich nicht den Roman gelesen, wüsste ich
nicht, was ich mit diesen Bild anfangen sollte.
Nach dem Topmotiv der vorangegangen Woche, hatte Swen wohl sein ganzes
Pulver verschossen. Nun, das ist natürlich eine reine Vermutung;
ich weiß ja nicht, in welcher Reihenfolge er die Motive fertigte.
Auf jeden Fall ist dieses Bild ein Armutszeugnis.
In blaue, diffusem Licht gehalten, schweben die beiden Raumstationen
im Weltall. Die im Roman so plastisch hervorgehobenen Türme am
Ringwulst sieht man kaum. Wie zwei riesige Magneten, die Energiehurrikane
in den Weltraum strahlen. Warum und zu welchem Zweck, bleibt dem Betrachter
verborgen.
Also mich würde dieses Tibi nicht zum Kauf verleiten.
Dabei gebe der Roman durchaus einiges an Motiven her - wie wäre
es z.B. mit einem Ausschnitt der Kommandozentrale einer Strukturstolpe,
nebst den angespannten Strukturpiloten. Oder dem Bildnis eines Kolonnenprospektors,
die zwar Ähnlichkeit mit Halutern aufweisen, aber sich doch in
Hautfarbe und Beschaffenheit etwas von ihren Verwanden unterscheiden.
Eine verpasste Chance ...
Die Innenillustration
entschädigt etwas für das verpatzte Titelbild.
Atlan betrachtet andächtig einen Brocken mit Salkrit - sehr gut.
Dieses Bild hätte ich mir auch gut als Titelbild vorstellen können.
Da der Arkonide aber schon letzte Woche einen Auftritt hatte, und der
Titel des aktuellen Romans nicht ganz gepasst hätte, wurde der
Beuteteranner in den Innenteil des Romans verbannt.
Die Lippen Atlans sehen etwas geschwollen aus - hat er sie mit Silikon
aufgespritzt oder am Salkrit gelutscht? - Wir wissen es nicht.
Auf jeden Fall hat Swen Papenbrock eine tolle Innenillustration gezeichnet,
ganz im Gegensatz zum Titelbild. Insgesamt eine eher schwache Staffel.
Ergänzung E-Man:
Das eintönige Blau lässt hier beim verkleinerten Serienschriftzug
tiefer als bei den 15 Heften davor den Eindruck entstehen, als hätte
man beim Layout etwas vergessen. Die beiden Radlager der TRAITOR-Flotte
boosten das Gestöber clean. Überzeugend gelöst in der
Darstellung. Aber in seiner Schlichtheit zeitlos und beim Wiedersehen
der Handlung schon nach 2 Wochen nicht mehr zuzuordnen.
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Die Risszeichnung des Scarabäus erklärt
nachträglich des Titelbildes von Band 2313.
Und füllt einiges an technischen Bedingungen der Einreise ins Goldene
System, deren Fakten im Doppelband Hubert Haensels untergegangen sind.
So erklärt sich einiges, wie Informationen in den Zeitraffer-Bänden
des SFCU zusammengetragen wurden, die dem Normalleser verborgen bleiben.
Nach MMT will Kempo’s Gewissenskonflikte darstellen. Nachdem der
junge Held von Charon bei Leo Lukas behutsam zu Reife geführt wurde,
dreht MMT das Rad zurück und beschreibt sarkastisch einen Wirrkopf,
mit Ansichten unter Gürtellinie, und unterschreitet damit das Niveau
der Einstandsbände von Leo Lukas.
Das kann herauskommen bei Nachahmung eines Idols, das man falsch verstanden
hat. Es kommt erst gar nicht zu diplomatischen Kniffligkeiten mit dem
Rat von Charon. Der Jugendliche im Exil rotzt sein Statement wie Napoleon
hin und erklärt quasi sein Volk für unwürdig, indem er
die Unabhän-gigkeit seiner noch nicht einmal richtig im Aufbau
befindlichen Charon-Garde erklärt.
Dabei hätte er durchaus Legitimation genug, beim Ausmaß von
Intoleranz und in Stagnation versunkener verkrusteter Rituale. Ebenfalls
ist seine Empörung berechtigt, da er gerade erfahren hat, dass
sein Vater Mitglied der Loge ist, die sich für Unterschlagung des
kulturellen Fortschritts stark macht.
Nun, das Desinteresse am Eindringen der TRAICAH-Fabriken wie auch am,
als vergessen erklärten Goldenen System gibt Atlan die Zügel
für beliebig freies Verfahren in die Hand. Die chronischen Enthalter
im Rat können nun in Zukunft noch lebensuntüchtiger auftreten.
Die materialistische Fraktion wird sich auf die lukrative Seite schlagen
und am Handel, wem gegenüber auch immer, opportun zeigen. Springer,
Arkoniden oder Blues kriegen ihre Schäfchen ins Trockene. Der Rat
von Charon, das ist richtig, wird auf jeden Fall verlieren.
Marc London und Gucky bleiben im Strukturgestöber gehandikapt.
Die Strukturpiloten sind es, die mit ihren mentalen Fähigkeiten
den mentalen Sumpf der Chaos-Kolonne riechen.
Nach Atlans Versuch, der Garde im zu erwartenden Kampf mit den Eindringlingen
gnadenlose Härte und Raffinesse im Schnellkurs überzustülpen,
verzichten sie auf taktischen Beistand durch Terraner. Die Kompatibilität
zum Psi-Korresponder muss also warten.
Am Ende werden die Mutanten außerdem in andere Krisengebiete gesandt.
Die Vernichtung der 22 TRAICAH-Fabriken wird furios abgewickelt. Nicht
so weitschweifig wie die von Andreas Eschbach geschilderten Kampfhandlung
in seinem Gastroman, aber leicht von vergleichbarer Qualität. Das
Absacken eingangs hätte also durchaus nicht sein müssen.
Das Abenteuer CHARON ist mit diesem Heft leider schon wieder zu Ende.
Ein kurzer Jamondi-Flashback. Charon wird für längere Zeit
Reservehaltung darstellen. Da sind vorher noch die leergefegten Sternenozeane
interessant.
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