Band 2332:
Die Psychial-Werber

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 28.04.2006
offizielle Romanvorstellung  auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Michael Marcus Thurner
Titelbild: Swen Papenbrockz
Illustration: Swen Papenbrock

Kommentar: Sonnenlicht-Stationen?
Extra: Report

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner


Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Eine weitere Staffel von Swen Papenbrock steht an, und dieser startet gleich mit einem nostalgischen Rückblick in die Zeit der Johnny Bruck Titelbilder!
Das neue Titelbild ist einfach klasse - der Gebirgszug im Vordergrund, das raketenförmige Schiff der Psychial-Werber und die Stadt mit Fluss und Sonnenuntergang im Hintergrund. Dazu die zwei kranichähnlichen Vögel, die durch das Bild fliegen und damit eine Portion Leben ins Bild bringen - einfach herrlich, dieses Bild.
Ein sehr atmosphärisches Bild.
Da kommt nach meinen Geschmack eine Menge "Sense of Wonder" mit rüber!!!
Altmeister Johnny Bruck hätte es nicht besser machen könne.

Auch die Innenillustration lässt sich sehen:
Der Maskenträger Alaska Saedelaere persönlich - klasse dargestellt mit einem tieftraurigen Blick und leuchtendem Cappinfragment unter der Maske.
Dahinter Perry Rhodans Sohn Kantiran mit Vollbart. Irgendwie erinnert dieser mich an den ausgeschiedenen Risszeichner Oliver Johanndrees.
Ob das Zufall ist, oder hat Swen Papenbrock da etwas nachgeholfen?
Die beiden sehr gelungenen Personenportraits entschädigen auf jeden Fall für die etwas dürftige Ausarbeitung des tropfenförmigen Raumschiffs im Hintergrund des Bildes - aber gut, Swen wollte hier wohl die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die beiden Personen lenken - das ist ihm sehr gut gelungen!!!

[Ergänzungen E-Man Wall-1]

Das Bild gewinnt enorm durch Nutzung der Perspektive:
Stark bedrängt vom Felshang, der die linke Hälfte aufbraucht, reicht es rechts immer noch für die Draufsicht auf einen rudimentären Stellplatz von Raketen, sowie ein Blick von oben auf eine Stadt mit Fluss, dessen Oberfläche im Licht der Abendsonne spiegelt. Diesiges Gold am Firmament, düsteres Violett über den Wäldern, sowie schlammiges Rosa des Gesteins ergeben ein unangenehm schmutziges Gesamtbild.

Die Illustration ist so gut in den Text gepasst, dass einem das Bild Alaska Saedelaeres förmlich glühend anspringt. Vielleicht nicht allzu spektakulär, aber bei S. P. überzeugt die ruhige Form und der feine Sinn für das traditionelle Flair der Serie.




Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)


Alaskas Reise durch den Zeitbrunnen zeigt uns:
In Höheren Ebenen ist die Welt noch wie gewohnt, weite räumliche und zeitliche Entfernungen behalten den Seltenheitsfaktor, und unerschütterlich ist die Selbstverständlichkeit.
Doch wieso wird hier ein Zeitbrunnen manipuliert? Gibt es keinen Rückweg, keine weitere Nutzung mehr? Wird diese Ebene auch für Alaska abgeschottet, wird er rausgeschmissen?

Die Nasenknilche sind wieder so recht nach Wiener Gusto, leider nur dünnfädiger Ersatz für die Puppen von Dherogwanien. Das ewig lange Märchen von „Zwerg Nase“ empfand ich als Kind noch dazu damals malträtierend.
Der Schlaf in Unterkünften von Rotzglockenliebhabern bleibt für Alaska wenigstens eine einmalige Tortur. Wenn das Volumen des Köpfchens zum Großteil von Nebenhöhlen geprägt ist, kann neben dem exotischen Reiz der Verniedlichung wenig geistige Leistung erwartet werden.

Alaskas Gastgeber macht sich bereit für den Ruf der Psychial-Werber.
Alaska erhofft sich dort Hinweise auf die vermisste Samburi Yura.
Beim Streifen durch die Raumhafenumgebung im Vielvölkergewirr kommt es zur Begegnung mit einem Artuche. Beim Sich-Beschnuppern kommen sie an der gegenseitigen Rätselhaftigkeit nicht weiter.
Der große Andrang am Werberfest kommt einem Exodus gleich.

Was dann geschieht, erinnert frappant an die Entstehungsgeschichte des Nukleus: Die Pilger fallen reihenweise in den Tod. Die Überlebenden kehren geläutert und erschöpft heim. Die undefinierbaren wabernden Wesen agieren ähnlich Seelenquells.
Bezieht Nukleus von diesen schrecklichen Wesen seine Unterstützung? Oder sind Beobachter wie Artuche die neue Hoffnung, auf die man setzen soll?

Als Alaska seine Nano-Sonden ins Schiff der Psychial-Werber schleusen will, werden sie vernichtet. Dann schickt er seinen Lamuuni-Vogel auf die riskante Mission. Doch es stellt sich heraus, dass Gntnbn ohnehin verfügt hat, Alaska dürfe seine letzte Reise begleiten. So kommt er problemlos an Bord.
Die Bedienungsmannschaften sind Dannd, froschartige Wesen, während sich offenbar maximal fünf Psychial-Werber im Zentrum in medialer Haltung sammeln.
Neugierige Fragen stoßen an Tabus und auf Empörung. So muss Alaska das gesamte Zeremoniell „Ch’cealso Straße“ abwarten, um evtl. daraus etwas verstehen zu können.
Da ES und ESTARTU, nicht nur Goedda oder Seth Apophis, dieses Spiel des Seelendiebstahls seit Ewigkeiten praktizieren, dürfte Alaska diese neue Variante auch nicht verwundern.

Sehr verwirrend, dass sich die am Versammlungsziel erwartete Erscheinung als Raumschiff LEUCHTKRAFT entpuppt - mit Kosmischen Ingenieuren und natürlich Samburi Yara an Bord. Man dachte, die Kosmischen Ingenieure wären endgültig ausgeschaltet. Andererseits stellen sie tatsächlich den Machtfaktor dar, der bewirken kann, das von ihnen angerichtete Unheil wieder zu dämmen.
Samburi Yara ist etwas ungehalten, als sich Alaska aufdrängt. Sie erklärt ihm, dass das zentrale Wesen von Varratagir gestärkt werden soll.
Nur was heißt jetzt, die Kosmokraten erwarten eine Erhöhung der Hyperimpedanz?
Niveau-Hebung oder weitere Senkung? Wird die Macht der Chaos-Armada damit gebremst? Haben dann Käfig-Transmitter und Hyperraum-Sprungtechnik höhere Chancen? Wo wird der nochmals erhöhte Energiebedarf herkommen? Was hat das mit dem Ausbeutungsmodus von Angela Merkel zu tun?

Neue Erkenntnisse eröffnen viele neue Fragen.
Wird Alaska akzeptieren, dass er seine Maske behalten muss? Nach Olthug zurückkehren, scheint keinen Sinn zu haben. Dort ist der Zeitbrunnen erloschen.
Da steht der Artuche wieder neben ihm, und lädt Alaska in sein Schiff ein. Er ist ein Friedensfahrer, und sieht in Alaska seinen Nachfolger.

Eine so diffizile Hauptfigur wie Alaska als Autor führen zu dürfen, ist immer eine Ehre und Herausforderung für einen Autor.
Es beeindruckt die konsequente Weiterführung seiner Biographie, sein neuer Frauenbezug zu einer Kosmokratendienerin, die ihm ein offenes Date in ferner Zukunft vage in Aussicht stellt.
Die Reise im kosmischen Nirwana Varrantir und die Antastung an das Geheimnis der Friedensfahrer in einem Doppelband, gefolgt von einem ebensolchen mit zu erwartender Hochwertigkeit vom Stammtischkumpel Leo Lukas, sichert im Mai 2006 die Lesebereitschaft - gegen andere Reize des Frühlings.


Letztes Update dieser Seite am 26.05.2005