Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Eine weitere Staffel von Swen Papenbrock steht an,
und dieser startet gleich mit einem nostalgischen Rückblick in
die Zeit der Johnny Bruck Titelbilder!
Das neue Titelbild ist einfach klasse - der Gebirgszug im Vordergrund,
das raketenförmige Schiff der Psychial-Werber und die Stadt mit
Fluss und Sonnenuntergang im Hintergrund. Dazu die zwei kranichähnlichen
Vögel, die durch das Bild fliegen und damit eine Portion Leben
ins Bild bringen - einfach herrlich, dieses Bild.
Ein sehr atmosphärisches Bild.
Da kommt nach meinen Geschmack eine Menge "Sense of Wonder"
mit rüber!!!
Altmeister Johnny Bruck hätte es nicht besser machen könne.
Auch die Innenillustration
lässt sich sehen:
Der Maskenträger Alaska Saedelaere persönlich - klasse dargestellt
mit einem tieftraurigen Blick und leuchtendem Cappinfragment unter der
Maske.
Dahinter Perry Rhodans Sohn Kantiran mit Vollbart. Irgendwie erinnert
dieser mich an den ausgeschiedenen Risszeichner Oliver Johanndrees.
Ob das Zufall ist, oder hat Swen Papenbrock da etwas nachgeholfen?
Die beiden sehr gelungenen Personenportraits entschädigen auf jeden
Fall für die etwas dürftige Ausarbeitung des tropfenförmigen
Raumschiffs im Hintergrund des Bildes - aber gut, Swen wollte hier wohl
die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die beiden Personen lenken -
das ist ihm sehr gut gelungen!!!
[Ergänzungen E-Man Wall-1]
Das Bild gewinnt enorm durch Nutzung der Perspektive:
Stark bedrängt vom Felshang, der die linke Hälfte aufbraucht,
reicht es rechts immer noch für die Draufsicht auf einen rudimentären
Stellplatz von Raketen, sowie ein Blick von oben auf eine Stadt mit
Fluss, dessen Oberfläche im Licht der Abendsonne spiegelt. Diesiges
Gold am Firmament, düsteres Violett über den Wäldern,
sowie schlammiges Rosa des Gesteins ergeben ein unangenehm schmutziges
Gesamtbild.
Die Illustration ist so gut in den Text gepasst, dass einem das Bild
Alaska Saedelaeres förmlich glühend anspringt. Vielleicht
nicht allzu spektakulär, aber bei S. P. überzeugt die ruhige
Form und der feine Sinn für das traditionelle Flair der Serie.
|
Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Alaskas Reise durch den Zeitbrunnen zeigt uns:
In Höheren Ebenen ist die Welt noch wie gewohnt, weite räumliche
und zeitliche Entfernungen behalten den Seltenheitsfaktor, und unerschütterlich
ist die Selbstverständlichkeit.
Doch wieso wird hier ein Zeitbrunnen manipuliert? Gibt es keinen Rückweg,
keine weitere Nutzung mehr? Wird diese Ebene auch für Alaska abgeschottet,
wird er rausgeschmissen?
Die Nasenknilche sind wieder so recht nach Wiener Gusto, leider nur
dünnfädiger Ersatz für die Puppen von Dherogwanien. Das
ewig lange Märchen von „Zwerg Nase“ empfand ich als
Kind noch dazu damals malträtierend.
Der Schlaf in Unterkünften von Rotzglockenliebhabern bleibt für
Alaska wenigstens eine einmalige Tortur. Wenn das Volumen des Köpfchens
zum Großteil von Nebenhöhlen geprägt ist, kann neben
dem exotischen Reiz der Verniedlichung wenig geistige Leistung erwartet
werden.
Alaskas Gastgeber macht sich bereit für den Ruf der Psychial-Werber.
Alaska erhofft sich dort Hinweise auf die vermisste Samburi Yura.
Beim Streifen durch die Raumhafenumgebung im Vielvölkergewirr kommt
es zur Begegnung mit einem Artuche. Beim Sich-Beschnuppern kommen sie
an der gegenseitigen Rätselhaftigkeit nicht weiter.
Der große Andrang am Werberfest kommt einem Exodus gleich.
Was dann geschieht, erinnert frappant an die Entstehungsgeschichte des
Nukleus: Die Pilger fallen reihenweise in den Tod. Die Überlebenden
kehren geläutert und erschöpft heim. Die undefinierbaren wabernden
Wesen agieren ähnlich Seelenquells.
Bezieht Nukleus von diesen schrecklichen Wesen seine Unterstützung?
Oder sind Beobachter wie Artuche die neue Hoffnung, auf die man setzen
soll?
Als Alaska seine Nano-Sonden ins Schiff der Psychial-Werber schleusen
will, werden sie vernichtet. Dann schickt er seinen Lamuuni-Vogel auf
die riskante Mission. Doch es stellt sich heraus, dass Gntnbn ohnehin
verfügt hat, Alaska dürfe seine letzte Reise begleiten. So
kommt er problemlos an Bord.
Die Bedienungsmannschaften sind Dannd, froschartige Wesen, während
sich offenbar maximal fünf Psychial-Werber im Zentrum in medialer
Haltung sammeln.
Neugierige Fragen stoßen an Tabus und auf Empörung. So muss
Alaska das gesamte Zeremoniell „Ch’cealso Straße“
abwarten, um evtl. daraus etwas verstehen zu können.
Da ES und ESTARTU, nicht nur Goedda oder Seth Apophis, dieses Spiel
des Seelendiebstahls seit Ewigkeiten praktizieren, dürfte Alaska
diese neue Variante auch nicht verwundern.
Sehr verwirrend, dass sich die am Versammlungsziel erwartete Erscheinung
als Raumschiff LEUCHTKRAFT entpuppt - mit Kosmischen Ingenieuren und
natürlich Samburi Yara an Bord. Man dachte, die Kosmischen Ingenieure
wären endgültig ausgeschaltet. Andererseits stellen sie tatsächlich
den Machtfaktor dar, der bewirken kann, das von ihnen angerichtete Unheil
wieder zu dämmen.
Samburi Yara ist etwas ungehalten, als sich Alaska aufdrängt. Sie
erklärt ihm, dass das zentrale Wesen von Varratagir gestärkt
werden soll.
Nur was heißt jetzt, die Kosmokraten erwarten eine Erhöhung
der Hyperimpedanz?
Niveau-Hebung oder weitere Senkung? Wird die Macht der Chaos-Armada
damit gebremst? Haben dann Käfig-Transmitter und Hyperraum-Sprungtechnik
höhere Chancen? Wo wird der nochmals erhöhte Energiebedarf
herkommen? Was hat das mit dem Ausbeutungsmodus von Angela Merkel zu
tun?
Neue Erkenntnisse eröffnen viele neue Fragen.
Wird Alaska akzeptieren, dass er seine Maske behalten muss? Nach Olthug
zurückkehren, scheint keinen Sinn zu haben. Dort ist der Zeitbrunnen
erloschen.
Da steht der Artuche wieder neben ihm, und lädt Alaska in sein
Schiff ein. Er ist ein Friedensfahrer, und sieht in Alaska seinen Nachfolger.
Eine so diffizile Hauptfigur wie Alaska als Autor führen zu dürfen,
ist immer eine Ehre und Herausforderung für einen Autor.
Es beeindruckt die konsequente Weiterführung seiner Biographie,
sein neuer Frauenbezug zu einer Kosmokratendienerin, die ihm ein offenes
Date in ferner Zukunft vage in Aussicht stellt.
Die Reise im kosmischen Nirwana Varrantir und die Antastung an das Geheimnis
der Friedensfahrer in einem Doppelband, gefolgt von einem ebensolchen
mit zu erwartender Hochwertigkeit vom Stammtischkumpel Leo Lukas, sichert
im Mai 2006 die Lesebereitschaft - gegen andere Reize des Frühlings.
|