Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Au Mann - das ist Swen, wie er leibt und lebt! Außerirdische
Lebewesen sind genau sein Ding!
Das Titelbild dieses Romans zeigt einen Shazzoieren, ein schlangenartiges
Wesen mit einem symbiotischem Partner. Der Shazzoiere zeigt den typisch
kalten Blick eines reptilen Wesens, auch die arttypische gespaltene
Zunge darf da nicht fehlen.
Richtig gut kommt hier aber der symbiotische Lebenspartner rüber.
Wie ein dicke Made legt er sich über den Schädel der Schlange,
schließt sich kropfähnlich um den Hals.
Wow, das sieht wirklich klasse aus!
Der Hintergrund verschwimmt etwas und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachter
direkt auf das Alien. Die Heimstätte und die technische Ausrüstung
der Shazzoieren beweist, dass es sich nicht um primitive Wesen handelt
sondern um ein technisch hochstehendes Volk. Die Stadt hätte auf
dem ersten Blick glatt aus der Feder von Alfred Kelsner stammen können
;-)
Insgesamt ein sehr stimmiges Bild - großes Lob an den Künstler!
So sehr mich Swen mit dem Titelbild verwöhnt, um so mehr verärgert
er mich mit der Innenillustration.
Nicht etwa, weil er sie verbockt, nein, die Zeichnung ist sehr schön
und einwandfrei. Aber was zeigt uns Swen??? - Richtig, schon wieder
Alaska Saedelaere! Und obwohl der Maskenträger in dem Roman auch
eine wichtige Rolle einnimmt, agiert er doch mehr im Hintergrund.
Perry Rhodans Sohn Kantiran steht im Mittelpunkt der Handlung!
Warum zeigt Swen uns nicht ein schönes Portrait von ihm?
Nachdem die beiden Friedensfahrer schon gemeinsam auf der Innenillustration
von Perry Rhodan Heft Nr. 2332 zu sehen waren, wäre es doch nur
konsequent, beiden ein Portrait in den Romanen zu gönnen, die ihre
Geschichte bei den Friedensfahrern erzählen.
Schade, eine verpasste Chance!
Dabei gäbe es doch auch so viele faszinierende Gestalten der Friedensfahrerrunde
im Roman!
Dass Swen hier die Chance nicht nutzte, um eine dieser skurrilen Figuren
in Szene zu setzen, will mir nicht in den Kopf. Ich kann es mir nur
so erklären, das Swen durch die Ausarbeitung des wirklich tollen
Titelbildes einfach nicht mehr genug Zeit (oder Muße) hatte, um
noch viel Arbeit in eine Innenillustration zu stecken.
So hat er den einfachen Weg gewählt und zeigt uns WIEDER Alaska,
diesmal beim Aufstehen aus dem Bett. Wenigstens hat der kleine Roboter
Callebu einen Auftritt - aber mal ehrlich, ich hätte ihn glatt
mit einem futuristischen Nachttisch verwechselt.
[Ergänzung E-Man:
Bei den Illustrationen werden die Studien über Alaska und die Maske
fortgesetzt (sieht wie ein ideenloser Sven P. auf Gefängnislager
aus).
Dabei ist das Titelbild wieder einmal ein echter Papenbrock, wofür
wir ihn verehren und bewundern. Auch wenn es „nur“ Echsenköpfe
sind, besticht die Plastizität und exotische Farbwahl.
Fremdartigkeit unglaublich hautnah.]
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Zwar ist Kantiran im Schlepp von Alaska mit angekommen,
doch stand er zwei Hefte lang unbeachtet am Rande. Nun wird er in eher
zwanglosem Small-Talk vorgeführt.
Nachdem er solange von der Bildfläche verschwunden war, möchte
man erwarten, von großen Taten zu hören. Doch er ist immer
noch sehr jung, und das Ende seiner Mutter gibt ihm endlich Freiraum,
unbekümmert ins Leben zu schreiten.
Das Angebot der Friedensfahrer ist auch für Kantiran verlockend.
Sein Freund Mal Detair blieb zurück, da eine ganze Lebensphase
einen radikalen Schnitt erfuhr.
Vielleicht nicht beabsichtigt, aber zu Alaska ergibt sich ein Meister-Schüler-Verhältnis,
das bei den Yedi-Rittern Analogien findet; selbstverständlich auch
an Alaskas Ausbildung die beiden Bände davor.
Wie schnell man vom ungeduldigen Schüler zum mürrischen Alten
wird!
Werden Kantiran die Dwamari eingehen im biotopfreien Tropfenschiff?
Begierlichkeiten zwischen ihm und dem Lamuuni-Vogel bahnen sich an.
Wenn sie bald in kosmischen Fernen wieder entschwinden, wird kaum ein
Leser sich damit belasten, wer von beiden nun den Vogel hat.
Eine diplomatische Mission soll der Prüfstein für das Gesellenstück,
die erste Bewährung Kantirans als Friedensfahrer werden.
Nach der Hyperimpedanz verweigert der Hauptlieferant der Schwingquarze
weitere Handelsbeziehungen. Aus Angst um ihre Energieressourcen verweigern
sie die Abgabe sogar an ihre Nachbarn. Dafür fällt jedoch
ein erhöhter Bedarf an für die Aufrüstung ihrer Schutzflotte.
Der erste Auftritt der Friedensfahrerdelegation, (ignorantes Überwinden
des äußeren Walles, respektvolles Warten vor dem Inneren
Kern), löst Ablehnung aus.
Doch bald werden sie zur ersten wieder stattfindenden Konferenz als
einzige geladen.
Kantiran geht darauf ein, sich für das Angebot einzusetzen, zehn
OREON-Kapseln in Tausch zu geben. Wohl wissend, dass das einen Tabubruch
für die Friedensfahrer bedeutet.
Doch dann entlarvt er das metamatische Genie, einen ehemaligen Fürstbischof,
als machtgierig, der durch emotionale Beeinflussung die Shazzorien erst
zum störrischen Verhalten getrieben hat. Sie sollten ein herrschendes
Volk werden.
Der Revisor war nicht wegen Kantiran anwesend, wie alle munkelten, sondern
ebenfalls diesem Treiben auf der Spur.
Der nunmehr Ausgeschlossene tötet sich.
Kantiran, mit einem schlechten Gewissen (wieder einmal) belastet, befreit
die hinterbliebene Gefährtin aus ihrem Verlusttrauma.
Vielleicht nicht die’ spektakuläre Aktion. Jedoch eine subtile
Vielfalt und gesellschaftliche Vielschichtigkeit, die Leo Lukas hier
entfaltet. Genau das ist es nämlich, was meine Hoffnung für
die Serie aufrecht hält.
Auch die Weiterentwicklung Kantirans ist kongenial und genial.
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