Band 2334:
"Im Auftrag der Friedensfahrer"


Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 12.5.2006
offizielle Romanvorstellung auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Leo Lukas
Titelbild: Swen Papenbrock
Illustration: Swen Papenbrock

Kommentar: Die Universale Schneise
Extra: Journal

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner

Tibi - Perry Rhodan-Band 2334

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Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Au Mann - das ist Swen, wie er leibt und lebt! Außerirdische Lebewesen sind genau sein Ding!
Das Titelbild dieses Romans zeigt einen Shazzoieren, ein schlangenartiges Wesen mit einem symbiotischem Partner. Der Shazzoiere zeigt den typisch kalten Blick eines reptilen Wesens, auch die arttypische gespaltene Zunge darf da nicht fehlen.
Richtig gut kommt hier aber der symbiotische Lebenspartner rüber. Wie ein dicke Made legt er sich über den Schädel der Schlange, schließt sich kropfähnlich um den Hals.
Wow, das sieht wirklich klasse aus!
Der Hintergrund verschwimmt etwas und lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachter direkt auf das Alien. Die Heimstätte und die technische Ausrüstung der Shazzoieren beweist, dass es sich nicht um primitive Wesen handelt sondern um ein technisch hochstehendes Volk. Die Stadt hätte auf dem ersten Blick glatt aus der Feder von Alfred Kelsner stammen können ;-)
Insgesamt ein sehr stimmiges Bild - großes Lob an den Künstler!

So sehr mich Swen mit dem Titelbild verwöhnt, um so mehr verärgert er mich mit der Innenillustration.
Nicht etwa, weil er sie verbockt, nein, die Zeichnung ist sehr schön und einwandfrei. Aber was zeigt uns Swen??? - Richtig, schon wieder Alaska Saedelaere! Und obwohl der Maskenträger in dem Roman auch eine wichtige Rolle einnimmt, agiert er doch mehr im Hintergrund.
Perry Rhodans Sohn Kantiran steht im Mittelpunkt der Handlung!
Warum zeigt Swen uns nicht ein schönes Portrait von ihm?
Nachdem die beiden Friedensfahrer schon gemeinsam auf der Innenillustration von Perry Rhodan Heft Nr. 2332 zu sehen waren, wäre es doch nur konsequent, beiden ein Portrait in den Romanen zu gönnen, die ihre Geschichte bei den Friedensfahrern erzählen.
Schade, eine verpasste Chance!
Dabei gäbe es doch auch so viele faszinierende Gestalten der Friedensfahrerrunde im Roman!
Dass Swen hier die Chance nicht nutzte, um eine dieser skurrilen Figuren in Szene zu setzen, will mir nicht in den Kopf. Ich kann es mir nur so erklären, das Swen durch die Ausarbeitung des wirklich tollen Titelbildes einfach nicht mehr genug Zeit (oder Muße) hatte, um noch viel Arbeit in eine Innenillustration zu stecken.
So hat er den einfachen Weg gewählt und zeigt uns WIEDER Alaska, diesmal beim Aufstehen aus dem Bett. Wenigstens hat der kleine Roboter Callebu einen Auftritt - aber mal ehrlich, ich hätte ihn glatt mit einem futuristischen Nachttisch verwechselt.

[Ergänzung E-Man:
Bei den Illustrationen werden die Studien über Alaska und die Maske fortgesetzt (sieht wie ein ideenloser Sven P. auf Gefängnislager aus).
Dabei ist das Titelbild wieder einmal ein echter Papenbrock, wofür wir ihn verehren und bewundern. Auch wenn es „nur“ Echsenköpfe sind, besticht die Plastizität und exotische Farbwahl.
Fremdartigkeit unglaublich hautnah.]


Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

Zwar ist Kantiran im Schlepp von Alaska mit angekommen, doch stand er zwei Hefte lang unbeachtet am Rande. Nun wird er in eher zwanglosem Small-Talk vorgeführt.
Nachdem er solange von der Bildfläche verschwunden war, möchte man erwarten, von großen Taten zu hören. Doch er ist immer noch sehr jung, und das Ende seiner Mutter gibt ihm endlich Freiraum, unbekümmert ins Leben zu schreiten.
Das Angebot der Friedensfahrer ist auch für Kantiran verlockend. Sein Freund Mal Detair blieb zurück, da eine ganze Lebensphase einen radikalen Schnitt erfuhr.
Vielleicht nicht beabsichtigt, aber zu Alaska ergibt sich ein Meister-Schüler-Verhältnis, das bei den Yedi-Rittern Analogien findet; selbstverständlich auch an Alaskas Ausbildung die beiden Bände davor.
Wie schnell man vom ungeduldigen Schüler zum mürrischen Alten wird!
Werden Kantiran die Dwamari eingehen im biotopfreien Tropfenschiff? Begierlichkeiten zwischen ihm und dem Lamuuni-Vogel bahnen sich an. Wenn sie bald in kosmischen Fernen wieder entschwinden, wird kaum ein Leser sich damit belasten, wer von beiden nun den Vogel hat.

Eine diplomatische Mission soll der Prüfstein für das Gesellenstück, die erste Bewährung Kantirans als Friedensfahrer werden.
Nach der Hyperimpedanz verweigert der Hauptlieferant der Schwingquarze weitere Handelsbeziehungen. Aus Angst um ihre Energieressourcen verweigern sie die Abgabe sogar an ihre Nachbarn. Dafür fällt jedoch ein erhöhter Bedarf an für die Aufrüstung ihrer Schutzflotte. Der erste Auftritt der Friedensfahrerdelegation, (ignorantes Überwinden des äußeren Walles, respektvolles Warten vor dem Inneren Kern), löst Ablehnung aus.
Doch bald werden sie zur ersten wieder stattfindenden Konferenz als einzige geladen.
Kantiran geht darauf ein, sich für das Angebot einzusetzen, zehn OREON-Kapseln in Tausch zu geben. Wohl wissend, dass das einen Tabubruch für die Friedensfahrer bedeutet.
Doch dann entlarvt er das metamatische Genie, einen ehemaligen Fürstbischof, als machtgierig, der durch emotionale Beeinflussung die Shazzorien erst zum störrischen Verhalten getrieben hat. Sie sollten ein herrschendes Volk werden.
Der Revisor war nicht wegen Kantiran anwesend, wie alle munkelten, sondern ebenfalls diesem Treiben auf der Spur.
Der nunmehr Ausgeschlossene tötet sich.
Kantiran, mit einem schlechten Gewissen (wieder einmal) belastet, befreit die hinterbliebene Gefährtin aus ihrem Verlusttrauma.

Vielleicht nicht die’ spektakuläre Aktion. Jedoch eine subtile Vielfalt und gesellschaftliche Vielschichtigkeit, die Leo Lukas hier entfaltet. Genau das ist es nämlich, was meine Hoffnung für die Serie aufrecht hält.
Auch die Weiterentwicklung Kantirans ist kongenial und genial.


Letztes Update dieser Seite am 08.06.2006