Band 2346:
"Chyndors Weg"

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 4.8.2006
offizielle Romanvorstellung auf der Perry-Rhodan-Website

Autor:Christian Montillon
Titelbild: Swen Papenbrock
Illustration: Swen Papenbrock

Kommentar: ... und nun?
Extra: Journal

 

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner

Tibi - Perry Rhodan-Band 2346

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Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Willkommen in der schönen Welt des LSD Rausch - alles so schön bunt und surreal?
Naja, das dieswöchige Titelbild offenbart sich dem Betrachter wohl erst nach dem Genuss des Romans. Zu sehen ist ein typisches Glühbirnenraumschiff der Friedensfahrer, welches in einen lila Schutzschirm eindringt.
Die Kuppeln im unteren Teil des Bildes sind wohl Teil einer Raumstation? Die Obelisken, die sich aus den halbrunden Stationen erheben, etwa Antennen oder doch versteinerte Cynos?
Zwei weitere Glühbirnen heben im Hintergrund ab, darüber eine Sonne, welche gerade aus unbekannter Quelle angezapft wird.
Alles in allem ein sehr seltsames Bild, das mir gar nicht gefallen will.
[Wär doch eine geniale Reklame für OSRAM, dieses Bild von Swen; das sollte sich VPM nicht entgehen lassen :-) - Anm. Joe]

Schnell weiter zur Innenillustration, vielleicht bietet die mehr.......

...... achja, grmmbllll, auch nicht wirklich. Diesmal hat Swen Papenbrock keinen guten Tag erwischt.
Wenn der Titel des Romans schon "Chyndors Weg" heißt, hätte ich mir wenigstens ein schönes Portrait des Friedensfahrers gewünscht.
Leider gönnt uns Swen nur die Rückenansicht desselben, der mich durch sein Beschreibung, Rolle und wohl auch der Hautfarbe immer etwas an Meister Yoda erinnert (so wie die ganze Friedensfahrer- Organisation ein Abklatsch des Jedi-Ordens zu sein scheint).
Obwohl Swens Stärke neben Menschen doch gerade außerirdische Wesen sind, legt er sein Hauptaugenmerk auf den Lemurerabkömmling statt auf Chyndor.
Vielleicht weil der Friedensfahrer nur ein Auge hat und solche Zyklopen immer etwas "blöd" ausschauen?
Wer weiß das schon.

[Ergänzungen E-Man]

Cover:
Tropfenraumer, einer schimmernd wie eine schwarzmatte Glasbirne ... Kugelschale aus Meteoriten ... ein Schutzschirm ... ein Plasmaball mit weißem Blitzlichtgewitter, welches eine Protuberanz verbirgt ... liegen übereinander wie einem Blick in ein Kaleidoskop. Alles spielt sich auf einer rundbuckelig betonierten Planetenoberfläche mit Obelisken ab. Doch der verwirrende Farbverschnitt hat eine durchaus stimmige räumliche Perspektive.



Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

Ein weiterer neuer Jungautor - mit einer ähnlichen Entwicklungsgeschichte wie M.M. Thurner.
Die bislang letzte Auswahl aus der Experimentierkiste ATLAN, gerade zur Einstellung dieser Reihe. Nachdem ab Band 2200 eine jüngere Leserschicht als Zielgruppe angepeilt wurde, ist die Verjüngung auch ins Autorenteam eingekehrt.
Ch. Montillon ist nämlich der jüngste jemals zum Team genommene Mitstreiter.

So könnte man amüsiert sein, wenn statt "Dunkelfeldtechnik" plötzlich "Schwarze Zonen" beschrieben werden. Noch dazu so mysteriös: „.. sah er keine Lebenden mehr, nur noch Tote. Manche …“. Allerdings geht diese von einem havarierten Kolonnenschiff aus.
Absicht oder Unfall, die Schwarze Zone löst bei allen in ihren Einfluss geratenen Lebewesen Angst und Aggression aus.
Der Friedensfahrer Chyndor wird mit seiner OREON-Kapsel von dieser Zone verschluckt.

Nun denkt man, dass man endlich an das verwendete Material der Kolonnentechnik kommt.
Doch es trifft noch besser: Ein Dunkler Ermittler verstreut hier das Unheil.

Bei einem neuen Teilnehmer des Autorenstamms achtet man immer auf bisher nie gepflegte Wendungen und Sichtweisen. Teilweise merkt man die Prägung von MADDRAX und STERNENFAUST – ohne so konkret wie bei Claudia Kern aufzufallen.
Gut auch, dass er gar nicht erst so einen eigenmächtigen Stil wie M.M. Thurner oder Leo Lukas entwickelt. Vielmehr fügt sich seine individuelle Eigenheit besser in die Serienatmosphäre, als bei Frank Böhmert oder auch Uwe Anton(!)
Ein Neueinsteiger wird immer versuchen, sein Bestes zu geben.
Christian schafft einen Auftakt, nicht furios aber vielfältig, sogar mit epischer Breite – und was überzeugt: Feinsinn im Umgang mit den Charakteren. Etwas, was selbst hochkarätige Gastautoren nicht immer schaffen.
Beispielgebend für das eingearbeitete Serienteam.
Dabei will ich nicht vergessen, dass dem Leser die harte Grundlagenarbeit immer noch wichtiger ist, als so ein paradiesisch leicht wirkendes Werk.

Etwas unwirsch verhalten sich Kantiran und Alaska einer jungen Dame gegenüber, die sich als Aspirantin für ihre Zunft der Friedensfahrer anbietet. Wird auch bei den Testern Stirnrunzeln verursachen, bei einer „Terraner-Schwemme“.
Doch Cosmuel Kain ist eine Cyno. Nach der Häufung von Cyno-Kontakten, gerade erst auf dem Clateaux, steht jetzt eine tragende Rolle im Kampf gegen die Negasphäre fest.
Die Verwandtschaft zu den „Familie Koda Ariel“ aber könnte ein zwielichtiges Motiv ergeben.
Bequem, wenn da eine Erinnerung an die eigene Vergangenheit nicht zugänglich ist. Was macht sie so schnell auf der Isla Bartolomä? Aber würde nicht der inkarnierte Nukleus so einen gewendeten Agenten schnell enttarnen?

Erstmals tritt die strategische Bedeutung eines Bahnhofs der Friedensfahrer zutage, als die FORSCHER mit dem Vektor-Helm zur Schwarzen Zone verbracht werden.
Und schließlich wollen wir wissen, was der Helm alles kann.
Es ist ein Teil der „Nachtlicht-Rüstung“ vor 20 Mio. J., einem Vorläufer des „Anzugs der Vernichtung“, den Alaska bereits einmal tragen durfte. Konstruiert von besagtem Potenzial-Architekten, um gegen das Element der Finsternis zu helfen. Nun könnte das schlicht ein Phänomen des Hyperraums sein, erinnert aber viel zu sehr an den Herrn des Dekalogs.
Ich gestehe, diese Zeiten haben bei mir viel Unmut hinterlassen, doch scheint man jetzt etwas ernsthafter damit zu agieren.
Natürlich auch mit der Technik der OREON-Kapsel soll das Geheimnis der Schwarzen Zone ergründet werden.

Nur 3 Tage nach Erhalt bewährt sich der Helm.
Zusammen mit Cosmuel Kain in das für Normalsterbliche undurchdringliche Zentrum der Schwärze ein.
Erstaunlicherweise orientiert sich die zielstrebige Anwärterin als Friedensfahrer mehr an der Ausstrahlung des Cappin-Fragments.
Schon trifft eine Rettungseinheit der Kolonne ein.
Kommt sie mit ihren eigenen Problemen klar, oder muss sie evtl. dem Gegner für den Eingriff dankbar sein – unabhängig, an wessen Seite der Dunkle Ermittler fällt?
Es ist ein weiterer Dunkler Ermittler.
Der angelockt wurde, von der Weitergabe des Notrufs.

Chyndor mit der besonderen Fähigkeit eines Para-Charismaten kann die emotionalen Einflüsse der Schwarz-Zone neutralisieren. Damit wäre er quasi ein Gegenstück zu Kolonnen-Motivatoren.
Gerade Kantiran hat diese Hilfe bitter nötig. Vielleicht reichen seine Parafühler über diese Schutzzone hinaus.
Ist es nun eine Fehlleistung des Autors oder von Chyndor, wenn er Kantiran als leistungsstärker klassifiziert, obwohl er ihm das Leben gerettet hat?
Kantiran beweist zwar, dass auch er in eine Schwarze Zone eindringen kann, doch erreicht er wenig mit seinen Dwarmari. Muss auch schnell von Cosmuel gerettet werden, bevor der Dunkle Ermittler die Reste seines Kollegen ausbrennt.
Ich finde es noch immer nicht als kausal, da Kantiran dem negativen psychischen Einfluss gar nicht gewachsen sein kann. Gerade erst ein großes Comeback als Friedensfahrer, erscheint er hier als längst verbraucht und überflüssig. Als wäre seinem Parasinn für Tierbeeinflussung nichts mehr abzugewinnen.
Ein schnelleres Aus als für „Dantyren“, das hätte ich nicht erwartet.

Insgesamt ein hochkomplexes Abenteuer, bravourös gelöst.
Wenig über Chyndor, aber viel über Teamarbeit, der ansonsten autonomen, um nicht zu sagen, eigenbrötlerischen Friedensfahrer.
Eine besondere Ehre für den jüngsten aller Neueinsteiger ins Autorenteam, endlich den Knoten um die Chaos-Kolonne platzen lassen zu dürfen.
Da erwächst in Österreich ein Unterteam mit Erfahrung in Quantität, Dramaturgie, Regieführung und jetzt auch Qualität, so dass sich die Altherrenmannschaft um Feldhoff ruhig die Zehennägel anspitzen darf.

Auch wenn von dem Knall wenig bleibt.
Man lernt die Fähigkeiten des Vektor-Helms kennen, sowie der neuen Cyno.
Aber die Aktion muss ja wegen Ankunft des Dunklen Ermittlers abgebrochen werden.
Was Kantirans Misserfolg verschleiert.
Außer dass man Kenntnis über eine tödliche Auseinandersetzung Dunkler Ermittler bekommen hat, endet der Einsatz unverrichteter Dinge.


Letztes Update dieser Seite am 23.10.2006