Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Willkommen in der schönen Welt des LSD Rausch
- alles so schön bunt und surreal?
Naja, das dieswöchige Titelbild offenbart sich dem Betrachter wohl
erst nach dem Genuss des Romans. Zu sehen ist ein typisches Glühbirnenraumschiff
der Friedensfahrer, welches in einen lila Schutzschirm eindringt.
Die Kuppeln im unteren Teil des Bildes sind wohl Teil einer Raumstation?
Die Obelisken, die sich aus den halbrunden Stationen erheben, etwa Antennen
oder doch versteinerte Cynos?
Zwei weitere Glühbirnen heben im Hintergrund ab, darüber eine
Sonne, welche gerade aus unbekannter Quelle angezapft wird.
Alles in allem ein sehr seltsames Bild, das mir gar nicht gefallen will.
[Wär doch eine geniale Reklame für OSRAM, dieses Bild von
Swen; das sollte sich VPM nicht entgehen lassen :-) - Anm. Joe]
Schnell weiter zur Innenillustration,
vielleicht bietet die mehr.......
...... achja, grmmbllll, auch nicht wirklich. Diesmal hat Swen Papenbrock
keinen guten Tag erwischt.
Wenn der Titel des Romans schon "Chyndors Weg" heißt,
hätte ich mir wenigstens ein schönes Portrait des Friedensfahrers
gewünscht.
Leider gönnt uns Swen nur die Rückenansicht desselben, der
mich durch sein Beschreibung, Rolle und wohl auch der Hautfarbe immer
etwas an Meister Yoda erinnert (so wie die ganze Friedensfahrer- Organisation
ein Abklatsch des Jedi-Ordens zu sein scheint).
Obwohl Swens Stärke neben Menschen doch gerade außerirdische
Wesen sind, legt er sein Hauptaugenmerk auf den Lemurerabkömmling
statt auf Chyndor.
Vielleicht weil der Friedensfahrer nur ein Auge hat und solche Zyklopen
immer etwas "blöd" ausschauen?
Wer weiß das schon.
[Ergänzungen E-Man]
Cover:
Tropfenraumer, einer schimmernd wie eine schwarzmatte Glasbirne ...
Kugelschale aus Meteoriten ... ein Schutzschirm ... ein Plasmaball mit
weißem Blitzlichtgewitter, welches eine Protuberanz verbirgt ...
liegen übereinander wie einem Blick in ein Kaleidoskop. Alles spielt
sich auf einer rundbuckelig betonierten Planetenoberfläche mit
Obelisken ab. Doch der verwirrende Farbverschnitt hat eine durchaus
stimmige räumliche Perspektive.
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Ein weiterer neuer Jungautor - mit einer ähnlichen
Entwicklungsgeschichte wie M.M. Thurner.
Die bislang letzte Auswahl aus der Experimentierkiste ATLAN, gerade
zur Einstellung dieser Reihe. Nachdem ab Band 2200 eine jüngere
Leserschicht als Zielgruppe angepeilt wurde, ist die Verjüngung
auch ins Autorenteam eingekehrt.
Ch. Montillon ist nämlich der jüngste jemals zum Team genommene
Mitstreiter.
So könnte man amüsiert sein, wenn statt "Dunkelfeldtechnik"
plötzlich "Schwarze Zonen" beschrieben werden. Noch dazu
so mysteriös: „.. sah er keine Lebenden mehr, nur noch Tote.
Manche …“. Allerdings geht diese von einem havarierten Kolonnenschiff
aus.
Absicht oder Unfall, die Schwarze Zone löst bei allen in ihren
Einfluss geratenen Lebewesen Angst und Aggression aus.
Der Friedensfahrer Chyndor wird mit seiner OREON-Kapsel von dieser Zone
verschluckt.
Nun denkt man, dass man endlich an das verwendete Material der Kolonnentechnik
kommt.
Doch es trifft noch besser: Ein Dunkler Ermittler verstreut hier das
Unheil.
Bei einem neuen Teilnehmer des Autorenstamms achtet man immer auf bisher
nie gepflegte Wendungen und Sichtweisen. Teilweise merkt man die Prägung
von MADDRAX und STERNENFAUST – ohne so konkret wie bei Claudia
Kern aufzufallen.
Gut auch, dass er gar nicht erst so einen eigenmächtigen Stil wie
M.M. Thurner oder Leo Lukas entwickelt. Vielmehr fügt sich seine
individuelle Eigenheit besser in die Serienatmosphäre, als bei
Frank Böhmert oder auch Uwe Anton(!)
Ein Neueinsteiger wird immer versuchen, sein Bestes zu geben.
Christian schafft einen Auftakt, nicht furios aber vielfältig,
sogar mit epischer Breite – und was überzeugt: Feinsinn im
Umgang mit den Charakteren. Etwas, was selbst hochkarätige Gastautoren
nicht immer schaffen.
Beispielgebend für das eingearbeitete Serienteam.
Dabei will ich nicht vergessen, dass dem Leser die harte Grundlagenarbeit
immer noch wichtiger ist, als so ein paradiesisch leicht wirkendes Werk.
Etwas unwirsch verhalten sich Kantiran und Alaska einer jungen Dame
gegenüber, die sich als Aspirantin für ihre Zunft der Friedensfahrer
anbietet. Wird auch bei den Testern Stirnrunzeln verursachen, bei einer
„Terraner-Schwemme“.
Doch Cosmuel Kain ist eine Cyno. Nach der Häufung von Cyno-Kontakten,
gerade erst auf dem Clateaux, steht jetzt eine tragende Rolle im Kampf
gegen die Negasphäre fest.
Die Verwandtschaft zu den „Familie Koda Ariel“ aber könnte
ein zwielichtiges Motiv ergeben.
Bequem, wenn da eine Erinnerung an die eigene Vergangenheit nicht zugänglich
ist. Was macht sie so schnell auf der Isla Bartolomä? Aber würde
nicht der inkarnierte Nukleus so einen gewendeten Agenten schnell enttarnen?
Erstmals tritt die strategische Bedeutung eines Bahnhofs der Friedensfahrer
zutage, als die FORSCHER mit dem Vektor-Helm zur Schwarzen Zone verbracht
werden.
Und schließlich wollen wir wissen, was der Helm alles kann.
Es ist ein Teil der „Nachtlicht-Rüstung“ vor 20 Mio.
J., einem Vorläufer des „Anzugs der Vernichtung“, den
Alaska bereits einmal tragen durfte. Konstruiert von besagtem Potenzial-Architekten,
um gegen das Element der Finsternis zu helfen. Nun könnte das schlicht
ein Phänomen des Hyperraums sein, erinnert aber viel zu sehr an
den Herrn des Dekalogs.
Ich gestehe, diese Zeiten haben bei mir viel Unmut hinterlassen, doch
scheint man jetzt etwas ernsthafter damit zu agieren.
Natürlich auch mit der Technik der OREON-Kapsel soll das Geheimnis
der Schwarzen Zone ergründet werden.
Nur 3 Tage nach Erhalt bewährt sich der Helm.
Zusammen mit Cosmuel Kain in das für Normalsterbliche undurchdringliche
Zentrum der Schwärze ein.
Erstaunlicherweise orientiert sich die zielstrebige Anwärterin
als Friedensfahrer mehr an der Ausstrahlung des Cappin-Fragments.
Schon trifft eine Rettungseinheit der Kolonne ein.
Kommt sie mit ihren eigenen Problemen klar, oder muss sie evtl. dem
Gegner für den Eingriff dankbar sein – unabhängig, an
wessen Seite der Dunkle Ermittler fällt?
Es ist ein weiterer Dunkler Ermittler.
Der angelockt wurde, von der Weitergabe des Notrufs.
Chyndor mit der besonderen Fähigkeit eines Para-Charismaten kann
die emotionalen Einflüsse der Schwarz-Zone neutralisieren. Damit
wäre er quasi ein Gegenstück zu Kolonnen-Motivatoren.
Gerade Kantiran hat diese Hilfe bitter nötig. Vielleicht reichen
seine Parafühler über diese Schutzzone hinaus.
Ist es nun eine Fehlleistung des Autors oder von Chyndor, wenn er Kantiran
als leistungsstärker klassifiziert, obwohl er ihm das Leben gerettet
hat?
Kantiran beweist zwar, dass auch er in eine Schwarze Zone eindringen
kann, doch erreicht er wenig mit seinen Dwarmari. Muss auch schnell
von Cosmuel gerettet werden, bevor der Dunkle Ermittler die Reste seines
Kollegen ausbrennt.
Ich finde es noch immer nicht als kausal, da Kantiran dem negativen
psychischen Einfluss gar nicht gewachsen sein kann. Gerade erst ein
großes Comeback als Friedensfahrer, erscheint er hier als längst
verbraucht und überflüssig. Als wäre seinem Parasinn
für Tierbeeinflussung nichts mehr abzugewinnen.
Ein schnelleres Aus als für „Dantyren“, das hätte
ich nicht erwartet.
Insgesamt ein hochkomplexes Abenteuer, bravourös gelöst.
Wenig über Chyndor, aber viel über Teamarbeit, der ansonsten
autonomen, um nicht zu sagen, eigenbrötlerischen Friedensfahrer.
Eine besondere Ehre für den jüngsten aller Neueinsteiger ins
Autorenteam, endlich den Knoten um die Chaos-Kolonne platzen lassen
zu dürfen.
Da erwächst in Österreich ein Unterteam mit Erfahrung in Quantität,
Dramaturgie, Regieführung und jetzt auch Qualität, so dass
sich die Altherrenmannschaft um Feldhoff ruhig die Zehennägel anspitzen
darf.
Auch wenn von dem Knall wenig bleibt.
Man lernt die Fähigkeiten des Vektor-Helms kennen, sowie der neuen
Cyno.
Aber die Aktion muss ja wegen Ankunft des Dunklen Ermittlers abgebrochen
werden.
Was Kantirans Misserfolg verschleiert.
Außer dass man Kenntnis über eine tödliche Auseinandersetzung
Dunkler Ermittler bekommen hat, endet der Einsatz unverrichteter Dinge.
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