Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Die Zyklusmitte ist erreicht - wiedermal die Chance
für Neu- und Quereinsteiger. In den letzten Jahren nutzte die Perry
Rhodan-Redaktion auch die 50er Heftnummern, um einen Einstieg für
neue Fans zu ermöglichen. Daher kommt der Leser in den Genuss,
bei diesen "Minijubliäumsbänden" den
Namensgeber seiner Serie zu bewundern: Perry Rhodan.
So auch diesmal:
Mit hartem, entschlossenem Gesichtsausdruck und einer mächtigen
Knarre im Arm wendet sich Perry dem Betrachter des Bildes zu.
Swen Papenbrock wird oft vorgeworfen, dass die Gesichter seiner menschlichen
Figuren sehr hölzern wirken - ich finde, bei Dirk Schulz ist das
viel eher der Fall. Rhodan Gesicht scheint aus einem Holzblock geschnitzt
zu sein - ähnlich wie bei Perry Rhodan Heft Nr. 2250.
Nun gut, vielleicht ist es auch die ungewohnte Umgebung, die Perry so
erstarren lässt.
Im Hintergrund ist allerlei technisches Gerät - allen voran fünf
sargartige Behälter.
Sind in diesem Lebewesen verborgen? Zumindest meint man, darin Körper
erkennen zu können.
Ist unser Serienheld nun auf dem Schiff aus dem Wurmloch gelandet, welches
im Heft vor einer Woche vorgestellt wurde? - Ich vermute es mal.
Dann hat Perry anscheinend mit der Reststrangeness zu kämpfen und
schaut deshalb so streng ;-) Dezent weist das Logo links im Bild darauf
hin, das die Perry Rhodan-Serie mit Erscheinen dieses Heftes 45 Jahre
alt wird (naja, fast - bis zum 08. September sind es ja noch ein paar
Tage). Da kommt die Vorfreude auf den Con in München auf!
Die Innenillustration
präsentiert uns einen Roboter, welcher uns von der Beschreibung
her schon aus dem vorangegangenen Heft her bekannt ist.
Eine typische Schulzzeichnung mit Comic-Charakter, naja, sehr klobig
wirkt der Knabe. Von Perry Rhodan bekommen wir nur den Rücken zu
Gesicht (oder ist es jemand anders?) - auf jeden Fall weicht der Terraner
vor dem riesigen Roboter zurück. Kein Wunder, der Kraftprotz lässt
wenig Platz - oder schützt er den Terraner, denn im Hintergrund
scheint es eine Explosion zu geben.
Ein interessantes Bild, das zum Spekulieren einlädt.
Grund zur Spekulation läßt auch das beigefügte Poster
zu! Die Perry Rhodan-Redaktion hat sich zum Minijubiläum etwas
Besonderes einfallen lassen und den österreichischer Künstler
Josef Taucher ein Poster für die Perry Rhodan-Serie zeichnen lassen.
Hier der offzielle Text zu dem Künstler (entnommen aus dem Perry
Rhodan Infotransmitter):
> > Der 1948 in Weiz/Steiermark geborene Josef Taucher absolvierte
die Ortweinschule in Graz mit
Schwerpunkt Malerei und Grafik. Seit 1974 ist er als freischaffender
Maler, Bildhauer und Wissenschaftler (Mineraloge) tätig. In dieser
Personalunion hat er bisher eine beachtliche Ausstellungsliste sowie
zahlreiche nationale und internationale erdwissenschaftliche Publikationen
vorzuweisen und ist Entdecker und Beschreiber von vier weltweit neuen
Mineralphasen. 1984 erhielt der Künstler für sein Schaffen
den Kunstförderungspreis der Stadt Graz. Josef Taucher lebt und
arbeitet in Graz und Umgebung. Dass das Interesse des Künstlers
ausschließlich den zeitlosen gegenständlichen Räumen
außerhalb von alltäglichen menschlichen Regungen und Befindlichkeiten
gilt, beweist auch sein neuestes Kunstwerk - das beigeheftete PERRY
RHODAN-Poster. Hier setzt Josef Taucher konsequent seine Vorliebe gestalterisch
um: im Vordergrund ein blauer Walzenraumer, eingebettet in steile Wände
mit der rauen Frische einer imaginären Welt. »Es war für
mich eine ganz besondere Herausforderung, mit Science-Fiction-Elementen
zu arbeiten«, kommentiert Josef Taucher seinen Ausflug in dieses
Genre. »Ich hoffe sehr, mit meinem Kunstwerk die PERRY RHODAN-Leser
zu
erfreuen.<<
Nun gut, freuen tut es mich schon, dass ein Poster bei liegt, aber mit
moderner Kunst habe ich halt wenig am Hut. Wie schon bei der Sonderedition
von A.R. Penck kann ich mich mit den Interpretationen moderner Künstler
einfach nicht anfreunden. Dabei muss ich aber eingestehen, dass Josef
Taucher noch eher ein stimmiges Bild bietet als A. R. Penck seinerzeit
mit den Hardcoverbildern.
Trotzdem, die Zeichnung könnte auch x-beliebig anders eingesetzt
werden.
Wäre da nicht die blaue Walze (die nun überhaupt keine Ähnlichkeit
mit den Kosmokratenschiffen hat), sähe man nur nackten Fels. Da
fehlen mir einfach Perry Rhodan-typische Elemente (z.B. ein schöner
Kugelraumer).
Außerdem lässt das Bild keinerlei Größenverhältnisse
erahnen. Es könnte sich auch um einen Wetterballon, ein Siganesenschiff
oder "was weiß ich" handeln; der einzige Bezugspunkt
ist ein Fels, und von dem weiß der Betrachter nicht, wie groß
er ist.
Es ist zwar schön, das Josef Taucher einen Beitrag für das
Perry Rhodan-Universum geleistet hat, aber ich hätte auch darauf
verzichten können.
Ich habe den Eindruck, das dies wieder ein Versuch der PR-Redaktion
ist, mit einem bekannten Namen Werbung für die Perry Rhodan-Serie
zu machen.
Wenn es was bringt, dann soll es mir nur Recht sein, aber ein Geschenk
für Perry Rhodan-Fans ist das Poster nicht wirklich. Da freue ich
mich mehr auf das Geburtstagsposter von Dirk Schulz, das in PR-Extra
Nr. 3 beiliegt!
[Ergänzungen E-Man]
Cover:
Ein neuer unverbrauchter Zeichenstil ist die einzige Möglichkeit,
eine fremde Technik, die in den Grundzügen doch irgendwie vertraut
ist, darzustellen. Der energische Herr sieht eindeutig nach Perry Rhodan
aus. Das silberne Jubiläumslogo zum 45jährigen Bestehen adelt
dieses Kleinjubiläum der runden Nummer zusätzlich.
Illu:
Die bereits besprochenen Roboteinheiten, die man auf der Seite des Wurmlochs
sichtete, kann man sich nun besser vorstellen.
Extras:
Das Mittelposter stammt von einem prämierten österreichischen
Künstler: Josef Taucher. Ein Sonder-Innenteil blickt zurück
in 45 Jahre Presseecho.
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Offenbar dringt man mit Schwierigkeiten erneut ins
Wurmloch vor. Als der Durchgang instabil wird, reizt man die belagernde
TRAITOR-Flotte mit einem Schirmflackern zum erneuten Beschuss.
Wenn’s dem Pudel zu wohl wird, wagt er sich auf’s Eis.
Eine negative Macht über die Maße reizen, ging noch nie gut
aus.
Bei den Enttäuschten im Umfeld des Sol-System dürfte inzwischen
jede Reserve von Geduld und Rücksicht verbraucht sein. Die Vorgänge
um das TERRANOVA-Spiel werden nahtlos weitergeführt.
Die Hoffnung auf der anderen Seite wird uns behutsam näher gebracht.
(Ist es die Roboterzivilisation von der Großen Leere?) Doch der
Paradigmenwechsel tropft wie ein Strangenesseffekt als neues Styling
aus dem Heft und trägt uns in eine neue Ebene.
So konsequent wie die Linie 50 Bände lang gehalten wurde, samt
bereichernder Ausreißer, verspricht es schon nach den ersten Zeilen
Erneuerung, Routinewende und Qualitätsinvasion. Bei so viel feinfühliger
Ästhetik fürchte ich, den Zauber wahrzunehmen.
Es ist natürlich ein großer Knall, dass hier gleich bei der
ersten Begegnung auf lahm gelegte 7 Mächtige gefunden werden. Sie
wollen ihre Schuld abtragen, sehen sich verpflichtet, gegen die Chaosmächte
zu kämpfen.
Ein herausragender Roman sollte auch ein Prüfstein für das
Jubiläumskind Perry Rhodan sein.
So erfährt er jetzt vom Schicksal seines Sohnes Michael „Roi
Danton“, inzwischen das Duale Wesen Dantyren.
Die Reorganisation brisanter Geheimprojekte, die nun evtl. verraten
sind, läuft. So wird aus dem Zylinderhut der emsig arbeitenden,
dezentralisierten Wissenschaftsprojekte eine Transmit-Strecke ins Solsystem
gezaubert.
Was jetzt der dritte Tunnel wäre.
Da lässt sich der tatsächliche Verursacher des Wurmlochs nicht
mehr eindeutig benennen.
Es ist ein ganzer Strauß von Neuheiten, die der USO nicht bekannt
waren. Erstaunlich und fraglich, woher die ganzen Kapazitäten kommen.
Die Warnung vor der Hyperimpedanz hat also doch mehr Grundstein gelegt
als man dachte.
Noch erscheint die Neue Welt durch die Strangenessprobleme ziemlich
diffus.
In der Welt hinter dem Wurmloch erwecken kobaltblaue Walzen Erinnerung
an die Kosmokraten.
Perry Rhodan wird von Sorgen um die Leiden seines Sohnes abgelenkt durch
die Qualen des Schiffes.
Skepsis ist angebracht.
Soll von hier Hilfe kommen, wenn man mit den eigenen Problemen nicht
mehr klar kommt? Reparatur und Wartung läuft kontraproduktiv. Atlans
Ankunft auf der verschollenen SOL (Atlan-Serie Bd 500 ff.) war ähnlich.
Die Maschinenwesen haben physiognomisch etwas von Varben an sich. Die
breiten Schulterpolster erinnern mich wiederum an Voltagos Klotzbeine.
Wenn diese Roboterzivilisation von der Großen Leere stammt, könnte
es bei einer Begegnung mit den Posbis zu einer Integration der Völker
kommen. Deren uralte Technik ist ja stagniert. Heraus käme eine
Erhöhung a la Borg.
Setzt man voraus, dass Perry sich die Terminale Kolonne aneignet - wie
es seinerzeit bereits mit der Endlosen Armada vorgeführt wurde
-, könnte es ab Band 2500 heißen:
„Perry meets Battletech“.
Wovon „SF-Fans“ gerne träumen würden!
Nach der Ähnlichkeit der blauen Zigarre mit Kosmokratentechnik
nun ein Hinweis durch die „Halle der Mächtigen“, dazu
Affinität des Materials zu Pilzdomen. Auch die fragmentarischen
Einschübe der Denkweise des Fremdvolkes lassen auf Thoregon und(!)
Terminale Kolonne schließen.
Ein zweites Dommrath, nur ohne Ritter?
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