Band 2350:
"Das schreiende Schiff"

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 1.9.2006
offizielle Romanvorstellung auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Uwe Anton
Titelbild: Dirk Schulz
Illustration: Dirk Schulz / Horst Gotta

Kommentar: Zur Lage
Extra: »45 Jahre Perry Rhodan in der Presse« - Poster von Josef Taucher

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner

Tibi - Perry Rhodan-Band 2350

voriges Heft
nächstes Heft

Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Die Zyklusmitte ist erreicht - wiedermal die Chance für Neu- und Quereinsteiger. In den letzten Jahren nutzte die Perry Rhodan-Redaktion auch die 50er Heftnummern, um einen Einstieg für neue Fans zu ermöglichen. Daher kommt der Leser in den Genuss, bei diesen "Minijubliäumsbänden" den
Namensgeber seiner Serie zu bewundern: Perry Rhodan.

So auch diesmal:
Mit hartem, entschlossenem Gesichtsausdruck und einer mächtigen Knarre im Arm wendet sich Perry dem Betrachter des Bildes zu.
Swen Papenbrock wird oft vorgeworfen, dass die Gesichter seiner menschlichen Figuren sehr hölzern wirken - ich finde, bei Dirk Schulz ist das viel eher der Fall. Rhodan Gesicht scheint aus einem Holzblock geschnitzt zu sein - ähnlich wie bei Perry Rhodan Heft Nr. 2250.
Nun gut, vielleicht ist es auch die ungewohnte Umgebung, die Perry so erstarren lässt.
Im Hintergrund ist allerlei technisches Gerät - allen voran fünf sargartige Behälter.
Sind in diesem Lebewesen verborgen? Zumindest meint man, darin Körper erkennen zu können.

Ist unser Serienheld nun auf dem Schiff aus dem Wurmloch gelandet, welches im Heft vor einer Woche vorgestellt wurde? - Ich vermute es mal.
Dann hat Perry anscheinend mit der Reststrangeness zu kämpfen und schaut deshalb so streng ;-) Dezent weist das Logo links im Bild darauf hin, das die Perry Rhodan-Serie mit Erscheinen dieses Heftes 45 Jahre alt wird (naja, fast - bis zum 08. September sind es ja noch ein paar Tage). Da kommt die Vorfreude auf den Con in München auf!

Die Innenillustration präsentiert uns einen Roboter, welcher uns von der Beschreibung her schon aus dem vorangegangenen Heft her bekannt ist.
Eine typische Schulzzeichnung mit Comic-Charakter, naja, sehr klobig wirkt der Knabe. Von Perry Rhodan bekommen wir nur den Rücken zu Gesicht (oder ist es jemand anders?) - auf jeden Fall weicht der Terraner vor dem riesigen Roboter zurück. Kein Wunder, der Kraftprotz lässt wenig Platz - oder schützt er den Terraner, denn im Hintergrund scheint es eine Explosion zu geben.
Ein interessantes Bild, das zum Spekulieren einlädt.

Grund zur Spekulation läßt auch das beigefügte Poster zu! Die Perry Rhodan-Redaktion hat sich zum Minijubiläum etwas Besonderes einfallen lassen und den österreichischer Künstler Josef Taucher ein Poster für die Perry Rhodan-Serie zeichnen lassen.
Hier der offzielle Text zu dem Künstler (entnommen aus dem Perry Rhodan Infotransmitter):
> > Der 1948 in Weiz/Steiermark geborene Josef Taucher absolvierte die Ortweinschule in Graz mit
Schwerpunkt Malerei und Grafik. Seit 1974 ist er als freischaffender Maler, Bildhauer und Wissenschaftler (Mineraloge) tätig. In dieser Personalunion hat er bisher eine beachtliche Ausstellungsliste sowie zahlreiche nationale und internationale erdwissenschaftliche Publikationen vorzuweisen und ist Entdecker und Beschreiber von vier weltweit neuen Mineralphasen. 1984 erhielt der Künstler für sein Schaffen den Kunstförderungspreis der Stadt Graz. Josef Taucher lebt und arbeitet in Graz und Umgebung. Dass das Interesse des Künstlers ausschließlich den zeitlosen gegenständlichen Räumen außerhalb von alltäglichen menschlichen Regungen und Befindlichkeiten gilt, beweist auch sein neuestes Kunstwerk - das beigeheftete PERRY RHODAN-Poster. Hier setzt Josef Taucher konsequent seine Vorliebe gestalterisch um: im Vordergrund ein blauer Walzenraumer, eingebettet in steile Wände mit der rauen Frische einer imaginären Welt. »Es war für mich eine ganz besondere Herausforderung, mit Science-Fiction-Elementen zu arbeiten«, kommentiert Josef Taucher seinen Ausflug in dieses Genre. »Ich hoffe sehr, mit meinem Kunstwerk die PERRY RHODAN-Leser zu
erfreuen.<<

Nun gut, freuen tut es mich schon, dass ein Poster bei liegt, aber mit moderner Kunst habe ich halt wenig am Hut. Wie schon bei der Sonderedition von A.R. Penck kann ich mich mit den Interpretationen moderner Künstler einfach nicht anfreunden. Dabei muss ich aber eingestehen, dass Josef Taucher noch eher ein stimmiges Bild bietet als A. R. Penck seinerzeit mit den Hardcoverbildern.
Trotzdem, die Zeichnung könnte auch x-beliebig anders eingesetzt werden.
Wäre da nicht die blaue Walze (die nun überhaupt keine Ähnlichkeit mit den Kosmokratenschiffen hat), sähe man nur nackten Fels. Da fehlen mir einfach Perry Rhodan-typische Elemente (z.B. ein schöner Kugelraumer).
Außerdem lässt das Bild keinerlei Größenverhältnisse erahnen. Es könnte sich auch um einen Wetterballon, ein Siganesenschiff oder "was weiß ich" handeln; der einzige Bezugspunkt ist ein Fels, und von dem weiß der Betrachter nicht, wie groß er ist.
Es ist zwar schön, das Josef Taucher einen Beitrag für das Perry Rhodan-Universum geleistet hat, aber ich hätte auch darauf verzichten können.
Ich habe den Eindruck, das dies wieder ein Versuch der PR-Redaktion ist, mit einem bekannten Namen Werbung für die Perry Rhodan-Serie zu machen.
Wenn es was bringt, dann soll es mir nur Recht sein, aber ein Geschenk für Perry Rhodan-Fans ist das Poster nicht wirklich. Da freue ich mich mehr auf das Geburtstagsposter von Dirk Schulz, das in PR-Extra Nr. 3 beiliegt!

[Ergänzungen E-Man]

Cover:
Ein neuer unverbrauchter Zeichenstil ist die einzige Möglichkeit, eine fremde Technik, die in den Grundzügen doch irgendwie vertraut ist, darzustellen. Der energische Herr sieht eindeutig nach Perry Rhodan aus. Das silberne Jubiläumslogo zum 45jährigen Bestehen adelt dieses Kleinjubiläum der runden Nummer zusätzlich.

Illu:
Die bereits besprochenen Roboteinheiten, die man auf der Seite des Wurmlochs sichtete, kann man sich nun besser vorstellen.

Extras:
Das Mittelposter stammt von einem prämierten österreichischen Künstler: Josef Taucher. Ein Sonder-Innenteil blickt zurück in 45 Jahre Presseecho.


Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

Offenbar dringt man mit Schwierigkeiten erneut ins Wurmloch vor. Als der Durchgang instabil wird, reizt man die belagernde TRAITOR-Flotte mit einem Schirmflackern zum erneuten Beschuss.
Wenn’s dem Pudel zu wohl wird, wagt er sich auf’s Eis.
Eine negative Macht über die Maße reizen, ging noch nie gut aus.
Bei den Enttäuschten im Umfeld des Sol-System dürfte inzwischen jede Reserve von Geduld und Rücksicht verbraucht sein. Die Vorgänge um das TERRANOVA-Spiel werden nahtlos weitergeführt.

Die Hoffnung auf der anderen Seite wird uns behutsam näher gebracht. (Ist es die Roboterzivilisation von der Großen Leere?) Doch der Paradigmenwechsel tropft wie ein Strangenesseffekt als neues Styling aus dem Heft und trägt uns in eine neue Ebene.
So konsequent wie die Linie 50 Bände lang gehalten wurde, samt bereichernder Ausreißer, verspricht es schon nach den ersten Zeilen Erneuerung, Routinewende und Qualitätsinvasion. Bei so viel feinfühliger Ästhetik fürchte ich, den Zauber wahrzunehmen.

Es ist natürlich ein großer Knall, dass hier gleich bei der ersten Begegnung auf lahm gelegte 7 Mächtige gefunden werden. Sie wollen ihre Schuld abtragen, sehen sich verpflichtet, gegen die Chaosmächte zu kämpfen.

Ein herausragender Roman sollte auch ein Prüfstein für das Jubiläumskind Perry Rhodan sein.
So erfährt er jetzt vom Schicksal seines Sohnes Michael „Roi Danton“, inzwischen das Duale Wesen Dantyren.

Die Reorganisation brisanter Geheimprojekte, die nun evtl. verraten sind, läuft. So wird aus dem Zylinderhut der emsig arbeitenden, dezentralisierten Wissenschaftsprojekte eine Transmit-Strecke ins Solsystem gezaubert.
Was jetzt der dritte Tunnel wäre.
Da lässt sich der tatsächliche Verursacher des Wurmlochs nicht mehr eindeutig benennen.
Es ist ein ganzer Strauß von Neuheiten, die der USO nicht bekannt waren. Erstaunlich und fraglich, woher die ganzen Kapazitäten kommen. Die Warnung vor der Hyperimpedanz hat also doch mehr Grundstein gelegt als man dachte.

Noch erscheint die Neue Welt durch die Strangenessprobleme ziemlich diffus.
In der Welt hinter dem Wurmloch erwecken kobaltblaue Walzen Erinnerung an die Kosmokraten.
Perry Rhodan wird von Sorgen um die Leiden seines Sohnes abgelenkt durch die Qualen des Schiffes.
Skepsis ist angebracht.
Soll von hier Hilfe kommen, wenn man mit den eigenen Problemen nicht mehr klar kommt? Reparatur und Wartung läuft kontraproduktiv. Atlans Ankunft auf der verschollenen SOL (Atlan-Serie Bd 500 ff.) war ähnlich.

Die Maschinenwesen haben physiognomisch etwas von Varben an sich. Die breiten Schulterpolster erinnern mich wiederum an Voltagos Klotzbeine.
Wenn diese Roboterzivilisation von der Großen Leere stammt, könnte es bei einer Begegnung mit den Posbis zu einer Integration der Völker kommen. Deren uralte Technik ist ja stagniert. Heraus käme eine Erhöhung a la Borg.
Setzt man voraus, dass Perry sich die Terminale Kolonne aneignet - wie es seinerzeit bereits mit der Endlosen Armada vorgeführt wurde -, könnte es ab Band 2500 heißen:
„Perry meets Battletech“.
Wovon „SF-Fans“ gerne träumen würden!

Nach der Ähnlichkeit der blauen Zigarre mit Kosmokratentechnik nun ein Hinweis durch die „Halle der Mächtigen“, dazu Affinität des Materials zu Pilzdomen. Auch die fragmentarischen Einschübe der Denkweise des Fremdvolkes lassen auf Thoregon und(!) Terminale Kolonne schließen.
Ein zweites Dommrath, nur ohne Ritter?


Letztes Update dieser Seite am 23.10.2006