Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Wo wir gerade bei Wiederholungen sind - dieser Roman
ist dir direkte Fortsetzung von Perry Rhodan Heft
Nr. 2324. Derselbe Autor, dasselbe Zeichnerteam.
Ist es da nur konsequent, wenn Alfred Kelsner sein Titelbildmotiv fortsetzt?
In diesem Fall würde ich sagen: JA.
Sah fan im Heft Nr. 2324 noch die Traitanks im Orbit von Sphinx (Drorah),
so befinden sie sich diesmal im Landeanflug auf eine Stadt der Akonen.
Diese kommt unter einer dichten Wolkenkette zum Vorschein - typisch
für Kelsner, sie liegt in der Nähe eines Gebirges, umgeben
von wüstenartigen Strukturen. Nur im Hintergrund und in den Parkanlagen
der Stadt sieht man etwas Grün hervorschimmern.
Die Traitanks könnten auch Bluesraumer sein - mit ihren Kuppeln,
Querstreben und Fenstern. Nichts ist von der glatten, schwarzen Oberfläche
zu sehen, wie die Raumschiffe im Roman beschrieben werden.
Aber hier muß Alfred konsequent sein zu seinem Titelbild von Heft
Nr. 2324. Doch auch dort waren die Traitanks dunkler dargestellt.
Auch wenn das Bild sehr passend ist, so hoffe ich doch, dass die Wiederholungsphase
der Perry Rhodan-Zeichner nun ein Ende hat, und dieTitelbilder und Innenillustrationen
wieder etwas mehr Abwechslung bieten werden
- mal sehen.
Michael Wittmanns Innenillustration
bietet diesmal auch ein sehr düsteres Bild, das nichts Gutes für
den Roman erwarten lässt. Auf den ersten Blick fühle ich mich
in eine Szene von Horrorfilmen aus den 50er Jahren versetzt (z.B. "Formicula"
- hieß der Film mit den Riesenameisen so?).
Im Vordergrund liegen einige tote Akonen, welche wohl gleich von den
riesen Ameisen aufgeglaubt und in ihre Speisekammer gebracht werden
;-)
Die "Ameisen" finde ich recht ulkig, um nicht zu sagen trashig.
Das soll jetzt aber keine Kritik sein, im Gegenteil.
Auf den ersten Blick fand ich das Bild nicht so berauschend, aber je
länger ich es anschaue, desto mehr gefällt es mir.
Eine schöne Hommage an die B-Movies der 50er Jahre.
Ob das von Michael Wittman so geplant war, kann ich natürlich nicht
sagen.
Ich bin schon mal auf diese Szene im Roman gespannt und wer diese geheimnisvollen
"Riesenameisen" sind.
Ein neues Kolonnenvolk, ein Volk oder eine Tierart des Planeten Drorah,
Haustiere der Akonen?
Ich bin gespannt.
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Wurden bislang nur die Besetzungen der führenden
Welten und Machtlosigkeit der Verteidiger geschildert, geht es hier
erstmalig um das Leben unter der TRAITOR-Knute.
Der eingeschränkte Rahmen zivilen Widerstands ist nach wie vor
nicht ungefährlich.
Perspektiven von Fortschritt oder Karriere sind lahm gelegt. Die Versorgung
ist gesichert, aber technische Besonderheiten sind unerschwinglich geworden.
Zur Untätigkeit verurteilt, beginnt die globale Perfektion die
psychische Identität der Akonen auszubleichen.
Der Tod einer Protagonistin greift vor, zeigt aber nur das sinnlose
Opponieren auf. Denn Hoffnung auf Erfolg konnte sich kaum einer der
Widerständler machen. Es sind einsame Aktionen, die nicht einmal
von den Mitbürgern registriert werden. als würde ein Leprakranker
noch einmal Nägel schneiden, bevor er die Finger wegwirft.
Eigentlich wird nur weitergeführt, was mit all den bereits beim
Bau wichtiger Gebäude der Zentralwelt durch das Energiekommando
versteckten Sprengkörper für Unfug getrieben werden kann.
Also eine Paraphrase auf die gegenwärtige weltpolitische Situation.
Verlust individueller Freiheit durch die globale Gleichschaltung. Der
erste Schritt zur Gesamtversklavung.
Nur dass den Völkern der Milchstraße dieses Ziel noch nicht
bewusst ist.
Der letzte Reservist des Energiekommandos stellt übrigens den Brückenschlag
zu den Lemuria-Bänden dar. Karoon-Baal war dabei, als die Lemurer-Schiffe
entdeckt wurden. Alte Autoren mit ihren eigenen Konzeptvorstellungen
bekommen so ihre ökologische Nische.
Dann beginnt der Obelisk mit seiner Arbeit, trifft auf demoralisierte
Geister, bevor sich Apathie eingeschlichen hat. Ausgerechnet die hochnäsigen
Blauen erwischt es als erste.
Seine Funktion ist somit ähnlich dem Tempel der Degression.
Vielleicht war das aus dem Repertoir einer anderen Abteilung der Terminalen
Kolonne, oder eher einer früheren Generation.
Damit werden solche Aspekte künftig sich nicht mehr aus der Serien-Chronik
wegisolieren lassen – siehe auch „Herr der Elemente“.
Beim Eintreffen der Kolonnenfähre wird aber auch eines klar:
Weitere Zerstörung wichtiger Einrichtungen mögen psychologisch
für die Besatzer ärgerlich sein.
Nur dass es der Kolonne eben nicht viel ausmacht, vernichtet man sich
vor, während oder nach der Einverleibung. Etwas für deren
Zwecke bleibt stets übrig.
Die dümmliche Einstellung eines Saddam Hussein (Kuwait) muss hier
nachgerade nicht aufgewärmt werden.
Auch wenn beim Militär immer noch die Taktik der verbrannten Erde
gelehrt wird.
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