Band 2352:
"Griff nach Drorah"

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 15.9.2006
offizielle Romanvorstellung auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Hans Kneifel
Titelbild: Alfred Kelsner
Illustration: Michael Wittmann

Kommentar: Die Struktur der Terminalen Kolonne
Extra:Report

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner

Tibi - Perry Rhodan-Band 2352

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Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Wo wir gerade bei Wiederholungen sind - dieser Roman ist dir direkte Fortsetzung von Perry Rhodan Heft Nr. 2324. Derselbe Autor, dasselbe Zeichnerteam.
Ist es da nur konsequent, wenn Alfred Kelsner sein Titelbildmotiv fortsetzt?
In diesem Fall würde ich sagen: JA.
Sah fan im Heft Nr. 2324 noch die Traitanks im Orbit von Sphinx (Drorah), so befinden sie sich diesmal im Landeanflug auf eine Stadt der Akonen. Diese kommt unter einer dichten Wolkenkette zum Vorschein - typisch für Kelsner, sie liegt in der Nähe eines Gebirges, umgeben von wüstenartigen Strukturen. Nur im Hintergrund und in den Parkanlagen der Stadt sieht man etwas Grün hervorschimmern.
Die Traitanks könnten auch Bluesraumer sein - mit ihren Kuppeln, Querstreben und Fenstern. Nichts ist von der glatten, schwarzen Oberfläche zu sehen, wie die Raumschiffe im Roman beschrieben werden.
Aber hier muß Alfred konsequent sein zu seinem Titelbild von Heft Nr. 2324. Doch auch dort waren die Traitanks dunkler dargestellt.
Auch wenn das Bild sehr passend ist, so hoffe ich doch, dass die Wiederholungsphase der Perry Rhodan-Zeichner nun ein Ende hat, und dieTitelbilder und Innenillustrationen wieder etwas mehr Abwechslung bieten werden
- mal sehen.

Michael Wittmanns Innenillustration bietet diesmal auch ein sehr düsteres Bild, das nichts Gutes für den Roman erwarten lässt. Auf den ersten Blick fühle ich mich in eine Szene von Horrorfilmen aus den 50er Jahren versetzt (z.B. "Formicula" - hieß der Film mit den Riesenameisen so?).
Im Vordergrund liegen einige tote Akonen, welche wohl gleich von den riesen Ameisen aufgeglaubt und in ihre Speisekammer gebracht werden ;-)
Die "Ameisen" finde ich recht ulkig, um nicht zu sagen trashig.
Das soll jetzt aber keine Kritik sein, im Gegenteil.
Auf den ersten Blick fand ich das Bild nicht so berauschend, aber je länger ich es anschaue, desto mehr gefällt es mir.
Eine schöne Hommage an die B-Movies der 50er Jahre.
Ob das von Michael Wittman so geplant war, kann ich natürlich nicht sagen.
Ich bin schon mal auf diese Szene im Roman gespannt und wer diese geheimnisvollen "Riesenameisen" sind.
Ein neues Kolonnenvolk, ein Volk oder eine Tierart des Planeten Drorah, Haustiere der Akonen?
Ich bin gespannt.


Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

Wurden bislang nur die Besetzungen der führenden Welten und Machtlosigkeit der Verteidiger geschildert, geht es hier erstmalig um das Leben unter der TRAITOR-Knute.
Der eingeschränkte Rahmen zivilen Widerstands ist nach wie vor nicht ungefährlich.
Perspektiven von Fortschritt oder Karriere sind lahm gelegt. Die Versorgung ist gesichert, aber technische Besonderheiten sind unerschwinglich geworden.
Zur Untätigkeit verurteilt, beginnt die globale Perfektion die psychische Identität der Akonen auszubleichen.
Der Tod einer Protagonistin greift vor, zeigt aber nur das sinnlose Opponieren auf. Denn Hoffnung auf Erfolg konnte sich kaum einer der Widerständler machen. Es sind einsame Aktionen, die nicht einmal von den Mitbürgern registriert werden. als würde ein Leprakranker noch einmal Nägel schneiden, bevor er die Finger wegwirft.
Eigentlich wird nur weitergeführt, was mit all den bereits beim Bau wichtiger Gebäude der Zentralwelt durch das Energiekommando versteckten Sprengkörper für Unfug getrieben werden kann.
Also eine Paraphrase auf die gegenwärtige weltpolitische Situation.
Verlust individueller Freiheit durch die globale Gleichschaltung. Der erste Schritt zur Gesamtversklavung.
Nur dass den Völkern der Milchstraße dieses Ziel noch nicht bewusst ist.

Der letzte Reservist des Energiekommandos stellt übrigens den Brückenschlag zu den Lemuria-Bänden dar. Karoon-Baal war dabei, als die Lemurer-Schiffe entdeckt wurden. Alte Autoren mit ihren eigenen Konzeptvorstellungen bekommen so ihre ökologische Nische.

Dann beginnt der Obelisk mit seiner Arbeit, trifft auf demoralisierte Geister, bevor sich Apathie eingeschlichen hat. Ausgerechnet die hochnäsigen Blauen erwischt es als erste.
Seine Funktion ist somit ähnlich dem Tempel der Degression.
Vielleicht war das aus dem Repertoir einer anderen Abteilung der Terminalen Kolonne, oder eher einer früheren Generation.
Damit werden solche Aspekte künftig sich nicht mehr aus der Serien-Chronik wegisolieren lassen – siehe auch „Herr der Elemente“.

Beim Eintreffen der Kolonnenfähre wird aber auch eines klar:
Weitere Zerstörung wichtiger Einrichtungen mögen psychologisch für die Besatzer ärgerlich sein.
Nur dass es der Kolonne eben nicht viel ausmacht, vernichtet man sich vor, während oder nach der Einverleibung. Etwas für deren Zwecke bleibt stets übrig.
Die dümmliche Einstellung eines Saddam Hussein (Kuwait) muss hier nachgerade nicht aufgewärmt werden.
Auch wenn beim Militär immer noch die Taktik der verbrannten Erde gelehrt wird.


Letztes Update dieser Seite am 23.10.2006