Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Blau gehts weiter mit Dirk Schulz - zum Jahreswechsel
werden uns blaue Tonnen präsentiert. So ungefähr habe ich
mir die Maschinen der Kelosker vorgestellt. Wer weiß, ob es nicht
sogar in diese Richtung geht.
Nach der Lektüre des letzten Romans und dem Logbuch von Klaus N.
Frick könnte fan das meinen.
Die beiden Gebilde könnten aber auch walzenförmige Raumschiffe
gefangen im Kristallgitter sein - allerdings sieht das eher wie Nebelschwaden
aus.
Lassen wir uns überraschen.
[Ergänzung E-Man: Die zwei Öltonnen haben etwas von Fördertürmen.
Vielleicht frühgeschichtliche Kolonnentechnik. Nur, wie kommen
Lemurer dazu? Sehr blau, sehr sparsam. Feine Details signalisieren Größe,
Lichteffekte verschaffen mehr Realismus als Kelsner. Trotz besserer
Präsenz fällt es jedoch profaner aus als Monumentalarbeiten
von Kelsner. Auch wenn D. Schulz eher der Mann für Personendarstellung
ist, sind solche Vergleichsarbeiten hochinteressant für die Einschätzung
unterschiedlicher Stile der Künstler.]
Die Innenillustration
gefällt mir gar nicht. Vermutlich soll hier der Konvergente Denker
und seine Inkarnation Kirkazon dargestellt werden.
Mmmmhh, schön, dass Michael sich diesem seltsamen Wesen aus Kristall
und Insekt annimmt, aber die Umsetzung gefällt mir gar nicht. Wenn
ich da an den Kolonnengeometer denke, der war viel genialer gezeichnet
als diese überdimensionale Stechmücke. Außerdem stellte
ich mir die Insektenprojektionen eher wie Gottesanbeterinnen vor.
Das Kristallgitter, die "Wattebäusche" und die seltsamen
Kugeln im Hintergrund - nein, die gesamte Komposition des Bildes gefällt
mir überhaupt nicht. Schade - eigentlich ein gut gewähltes
Motiv - aber die Ausführung findet diesmal nicht meine Zustimmung.
Schauen wir mal, was Michael uns nächstes Jahr alles bietet!
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Der liebe Arndt Ellmer legt die zweite Hälfte
eines Doppelbandes vor, der mit fast unheimlicher Spannung erwartet
wird.
Wer oder was ist der Konvergente Denker, und wie kommt Atlan aus dieser
Falle? Das sind die großen Fragen.
Der Titel lässt eine weitere Chronik, wie die der "Gefallenen
Mächtigen" erwarten. So etwas fällt meist sehr episch
aus, wird dann doch immer sehr komprimiert, wenn es in den allgemeinen
Ablauf eingequetscht wird.
Atlan hockt in einer hermetischen Mausefalle. Doch wir erfahren die
Lebensgeschichte seines Bevormunders.
Dieser ist übrigens von Angst vor den Kosmokraten getrieben. Kirkazon
ist das mobile Sprachrohr vom Former von Haardh. Als junge Superintelligenz
innerhalb der Mächtigkeitsballung der Kaiserin von Therm standen
sie miteinander in sympathischem Bezug.
Ein Comp, mit der Kristallstruktur der Kaiserin, sorgt für Botengänge.
Bei der Entführung durch eine Chaos-Kolonne wird er gleichfalls
mitgenommen. Dazu auch die Heimatwelt des Formers, die später halbiert
wird. Ohne dass bei dieser Gelegenheit die Bedeutung einer solchen Maßnahme,
wieso eine Superintelligenz einen solchen Hort braucht, aufgeklärt
würde. Die Möglichkeit, sich in eine Hyperraumnische zu entziehen,
wird unterbunden.
In geduldiger Kleinarbeit verschmelzen beide Wesen, Bewusstseinsinhalte
eines Volkes und Ableger der Kaiserin, zu einer Einheit.
Nach Jahrtausenden Missbrauch für schreckliche Taten, mit anschließender
Gedächtnislöschung, sammelt der geformte Former neue Kräfte
an, mit derer zum einen wieder Hyperraumnischen besuchen kann, aber
auch die Mauer des Vergessens durchbricht.
Auf seiner jetzt gelingenden Flucht wird er sowohl von Chaotarchen,
die ihn wiederhaben wollen, und Kosmokraten, die ihn bestrafen (vernichten)
wollen, gejagt.
So ist in etwa verständlich, wieso er Atlans Bitte zur Unterstützung
nicht nachkommt.
Die neuen Informationen zur aktuellen kosmischen Lage überzeugen
den Former dann doch zur Aufgabe der Falle, die ja eigentlich nur Sammelbecken
für im Hyperraum Verunglückte war.
Im Vorgriff auf Sonderschaltung Tanta:
Wenn eine ganze Reihe von Sonnentransmittern in Dunkelwolken versteckt
wird und dort in zwei Stationen hintereinander höhere Wesen in
ihrem Asyl anzutreffen waren, sollte man hier erwarten, dass auch bei
anderen Anlagen abtrünnige oder indifferente Wesen, Schutz vor
Vereinnahme durch Kosmokraten oder Chaotarchen, Verstecke suchten.
Freigeister des Dritten Weges im kosmischen Dunkel. Im Nichts wären
sie zu leicht zu lokalisieren.
Die Vorbereitung für die Rettungsaktion für die Vermissten
nimmt viel Raum ein.
Trotz des Druckes, dem man sich hier ausgesetzt sieht, sollte man doch
einen anderen Weg finden, als ein zweites Team in die Mausefalle werfen.
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