Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Die nächste Staffel von Swen Papenbrock beginnt
mit einem nostalgischen Rückblick in die Zeiten der MDI. Der Leser
bekommt 5 Steuerpyramiden auf einer Planetenoberfläche zu sehen,
mit einem sehr schönen Blick in das Materialisationsfeld eines
Sonnentransmitters.
Wer denkt da nicht an Kahalo, das Sonnensechseck im Zentrum der Milchstraße,
die MDI usw.
Für so ein Motiv ist Swen Papenbrock der richtige Mann!
Trotzdem wirkt das Titelbild sehr statisch - die Planetenoberfläche
stammt von einem realen Bild, auf das die roten Pyramiden draufkopiert
wurden. Diese sehen seltsam schief aus, als ob von der linken Seite
starker Wind weht und zur Seite drücken.
Dass es sich bei dem Nebel über den Pyramiden um den dazugehörigen
Sonnentransmitter handelt, sieht man erst auf dem zweiten Blick, denn
der "Perry Rhodan"-Schriftzug verdeckt zwei der dazugehörigen
Sonnen etwas.
Das Bild kommt mir etwas "dahingeschludert" vor. Stand Swen
unter Zeitdruck?
Die Innenillustration
zeigt einen üblichen Kugelraumer der Swenschen Prägung: Die
VASCO DA GAMA schwebt über die Oberfläche der Stahlwelt.
Wenn ich ehrlich bin, ein sehr langweiliges Motiv :-(. Da hätte
Swen bestimmt mehr daraus machen können. So bleibt es "nur"
eine weitere Kugelraumerstudie.
[Ergänzung E-Man: Spitzen von im Sand versunkenen Obelisken, die
auf Cyno-Abenteuer hinweisen? Nein! - Aber auch nicht einfach ein Spiel
mit Farben und geometrischen Mustern. - Wer sein Auge etwas bemüht,
bemerkt dort die 5 Pyramiden, im Kreis stehend. Ungünstig wirkt
sich zudem aus, dass die Kopfgestaltung der Heftreihe die Ausgewogenheit
der Sonnenstandorte verdeckt. Der Ersteindruck jedoch bleibt: Öde
und platt. Besser wäre, den Pyramidenkreis von oben darzustellen,
begleitet von einem schroffen Gebirge, á la Bruck und Kelsner.]
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Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Zum Autor:
Auch wenn Rainer Castor als Techno-Background-Gestalter festes Team-Mitglied
ist, darf man ihn nach seiner langen Pause als Heft-Autor getrost als
"Gast-Autor" einstufen. Ohnehin in den Fußstapfen des
einen der beiden Serien-Gründe ... vielleicht weniger das schöpferische
Genie, aber einen gleichwertigen Enthusiasmus für Raumfahrts-Gigantomanie
... kopiert Castor regelrecht die individuelle Entwicklung des späten
Kanonen-Herbert, der auch für lebendigere Schilderungen Können
entwickelte, mit der Fähigkeit zur Selbstironie.
So wie bei der Fernseh-Zeitschrift HÖR ZU im Jubiläumsjahr
gerade ein wunderbares Revival des Maskottchens "Mecki" zu
bewundern ist, werde ich von diesem Band überzeugt durch einen
zur Hochform kommenden Epigonen.
Mit der Selbstironie klappt es noch nicht so.
Atlan pur, lemurische Sonnentechnik und K.H. Scheer-Styling als dreifache
Nostalgie.
Von einem Altleser gern gesehen - wenn es die Ausnahme bleibt!
Bleibt Wunschdenken!
Ein Extraheft für Datensucher liegt hier vor, das eigentlich aus
der Reihe ausgegliedert werden könnte, für Quellentextsucher
und Querverweis-Freunde.
Bezüge zur Taschenbuch-Reihe LEMURIA, Aufwärmung der TRAVERSAN-Thematik,
erneute Vorlage der Krish'uns, das längst vergessene Kahalo als
Ursprung des Begriffs der Tanta-Schaltung überfordern selbst jemanden
wie mich, der die Gesamt-Serie kennt.
Man kann sich höchstens ein Bild von Atlans Belastung durch seinen
minutiös speichernden Extrasinn machen: Wenn selbst aus dem Menschheitsgedächtnis
verschwundene Urkulturen irre Popanze wieder tanzen lassen, nur weil
man ihnen mit einer Zeitmaschine einmal über den Weg lief.
Der Frust mit Castors Lust am Wühlen im Unwesentlichen. So, als
würde ein Hausmeister die Teile einer Heizung vom Keller bis unters
Dach auf der Treppe auslegen. Dabei wollen wir nur wissen, ob die Verschollenen
über das Steuernetz des Transmitterverbundes in ihrer Falle lokalisiert
werden können.
Zu etwas anderem:
Wenn in einem Skythengrab eine Röhre im Lehmboden (!) gefunden
wurde, die von Graubräubern vor 2000 Jahren gegraben wurde, sollte
doch so eine von den Raumzeitingenieuren initiierte Station locker 50.000
Jahre überstehen können. Nur steht dem gegenüber, dass
in der von Hyperstürmen gebeutelten Region ein Überstehen
von 3 Jahren schon zum Bereich der Wunder gehört.
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