Band 2369:
"Quartier Lemurica"

Zyklus: TERRANOVA
Erscheinungsdatum: 05.01.2007
offizielle Romanvorstellung auf der Perry-Rhodan-Website

Autor: Michael Marcus Thurner
Titelbild: Swen Papenbrock
Illustration: Swen Papenbrock

Kommentar: Sonnentransmitter (2)
Extra: Clubnachrichten

Rezension:
Bild
(Andy Schmid)
Text (Erich Wallner

Tibi - Perry Rhodan-Band 2369

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Bild-Rezension (Andy "Lumpazie" Schmid)

Was ist jetzt los? Das soll ein Perry Rhodan-Titelbild sein? Und auch noch eins von Swen Papenbrock?
Nie im Leben!
Und doch belehrt mich ein Blick ins Impressum eines Besseren. Au Backe, so ein Schock.
Ich kann nur hoffen, das dies ein Experiment sein soll. Oder dass dieses Bild unter höchstem Zeitdruck entstanden ist.

Zu sehen ist ein ein LILA Raumfahrzeug, das über eine diffuse Stadtlandschaft hinwegfliegt. Die Sonne wird von einer grauen Wolkendecke verhüllt und versucht verzweifelt, etwas mehr Licht in diese düstere Landschaft zu bringen.
Düster sieht die Komposition aus - ja beinahe, wären da nicht die grünen Flächen und weißen Türme dazwischen.
Und dort, wo man von dem Moloch der Stadt etwas sehen könnte, verschwimmt alles oder geht in grauen Schwaden des Industrierauchs unter.
Wenn Swen hier eine Stadt darstellen will, ähnlich wie in dem Film "Blade Runner", dann ist es ihm gründlich misslungen.
Außerdem sieht man dem Bild allzusehr seine Herkunft aus dem Computer an!

Ist das die neue Arbeitsweise von Swen - BITTE NICHT!
Das Bild sieht dermassen kitschig und öde aus, dass es mir graut. Sicherlich mein persönlicher Geschmack - aber auch im Galaktischen Forum wurde dieses Bild sehr, sehr schlecht aufgenommen (da bin ich ja erleichtert, das nicht nur ich so empfinde).
Aber ich will Swen nicht allein dafür verantwortlich machen.
Dass Klaus N. Frick so ein Bild durchgehen lässt, kann ich fast nicht glauben. Entweder herrschte da wirklich Zeitdruck ohne Ende, und es sollte ein mutiges Experiment darstellen?
Aber schaue ich mir die Titelbilder der aktuellen HeyneStaffel an, entdecke ich wirklich diverse Ähnlichkeiten.
Ich ahne Übles.
Wenn das der neue Mainstream ist - dann gute Nacht.
Und dabei gäbe der Inhalt des sehr guten Thurner-Romans doch gerade mit der Beschreibung der beengten Wohnlichkeiten der Lemurer ein dankbares Motiv ab.
Sicherlich waren Michael Marcus die Bilder des Films "Blade Runner" vor seinem innerlichen Auge, als er diesen Roman geschrieben hat. Und Swen wäre auch der richtige gewesen, dies genial umzusetzen. Leider ging das völlig daneben.
Bitte lieber Swen, bitte liebe Perry Rhodan Redaktion - so ein Bild - NIE WIEDER!!!

[Ergänzung E-Man: Was früher Ralph Voltz angelastet wurde, (ich jedoch nie unterschrieben hätte) - das setzt Sven Papenbrock hier in der schrecklichsten Form um. Ich mag Lila, nicht aber in dieser billigen Plastik-Version von Gartenartikeln im PRAKTIKER-Markt. (Selbst Gartenzwerge hinter tschechischen Grenzübergängen sind schöner). Die grünen Plattformen mit den Silbertürmen sind perfekt angelegt, doch warum müssen sie so schwammig ausfallen? Die ersten computergenerierten Werke der Risszeichner-Gilde - mögen sie auch noch so seltsam ausgefallen sein, tragen in sich noch eine Berechtigung zur Anwendung eines Grafik-Programms. - S.P. kann man nur wünschen, schnell zu seinen handwerklichen Fähigkeiten zurückzukehren.]

Dagegen versöhnt mich Swen etwas mit der Innenillustration.
Die stellt zwar nichts Besonderes dar, konzentriert sich aber auf das, was Swen am besten kann: Lebewesen zeichnen.
Hier sehen wir mal eine gekonnte Studie einer lemurischen Kochmütze, als Abamäus Zott (Zott, der Joghurthersteller? Schleichwerbung bei PR?) seinen neuen Lehrling Aheun belehrt.
Eine sehr einfache Zeichnung, die mich aber mehr begeistert als der profane Kugelraumer im letzten Heft.
Den Rest des Bildes hätte Swen ruhig mit etwas mehr Küchengeräten oder Töpfen ausstatten können. Doch damit kann ich gut leben.

Schade um das Titelbild - denn obwohl dieser Roman die Handlung überhaupt nicht weiterbringt (so wie die ca. letzten 15 Hefte - seufzzzz), ist er sehr schön und spannend zu lesen! Ich möchte das böse LF-Wort nicht benutzen, aber wenn Romane so geschrieben sind wie dieser (oder die Doppelnummer von Arndt Ellemer um den Konvergenten Denker), dann dürfen es ruhig mehr Lückenfüller sein (huch, nun ist es mir doch rausgerutscht).

Der Roman hat übrigens einen hohen TCE-Anteil!
Auf der Kommunikationsseite wird schon zum zweiten (!) mal das Karl-Herbert Scheer-Gedenkwerk beworben.
Das Titelbild von den Clubnachrichten ziert ein Bild von unserem Clubmitglied Nobby R., und auf der LKS ist mal wieder ein Bild von mir veröffentlicht ;-).


Handlungsrezension (Erich "E-Man Wall-1" Wallner)

Ein Hauch von "Name der Rose" begleitet die Jungmönche, als sie in den lemurischen Anlagen der Sonnentransmitter herumstreifen. Dadurch sticht der aktuelle Bezug zum Vatikan nicht gleich vehement ins Auge. Da verstehe ich den Rummel um die erweiterte Auflage der "Siedler von Vulgata" nicht ganz.
Vom Werk Michael Marcus Thurners fühle ich mich besser angesprochen.
Die Lotterie zur Kastratensuche mag einige klassische Vorbilder zum Vater haben. Das klerikale Ambiente in seiner Ruhe und Tiefe verschafft mir eine Zufriedenheit und Erholung, die lange fällig war. Selbst mein steter Schrei nach Exotik ist verstummt, während ich jeden Satz von "Quartier Lemurica" durchnuckle.
Der kleine Mönch mit seiner Tretroller-Sonderanfertigung. Vielleicht male ich ihn mir selber und überklebe das Titelbild, um dieses einmalige Leseerlebnis beim Durchblättern wieder zu erkennen.

In der Schaltzentrale der Macht sind technische Bedienvorgänge zu Scheinhandlungen verkümmert und die technische Kompetenz verloren gegangen. Ein Wunder, dass wenigstens in den Ameisenunterkünften noch soviel funktioniert.
Liegt die wahre Macht bei den Maschinen?
Jedenfalls wird bei der Anwahl des Sonnentores durch die Sicherheitsschaltung diese Riege falscher Eingeweihter wie Ungeziefer weggeputzt. Kommt es im Folgeband wieder zu einer Begegnung mit einem Robotregenten?


Letztes Update dieser Seite am 05.02.2007