Bild-Rezension (Andy
"Lumpazie" Schmid)
Wow! Alfred Kelsner überrascht
mich wirklich. Ich hätte alles darauf gewettet, dass er diese
Woche als Abschluss noch ein paar Traitanks bringt.
Aber passend zum
Titel zeigt uns Al ein weiteres Portrait von Dantyren. Und ich muss
sagen, trotz Kelsner Schwäche beim Zeichnen von Menschen gefällt
mir dieses Titelbild sehr gut.
Der hölzerne Gesichtsausdruck Dantons
passt gut zu der Situation, in der sich Roi befindet: Er ist
nicht mehr der Alte!
Leider hat mit der Teilung Dantons auch dessen
Haarfarbe gewechselt: statt rotbraun nun schwarze Haare :-(
Aber das
wird ja grundsätzlich von den Zeichnern der PR-Serie ignoriert.
Mit Haarfarben haben man da anscheinend alle so ihre Probleme, von
Bruck über
Schulz zu Kelsner.
Seufz, aber darüber sieht man als Fan ja mittlerweile hinweg.
Sehr schön, dass Alfred aber auch dem
Mor´Dear einen Haarschopf verpasst. So steht das in den
Heften - aber Dirk Schulz hat sich bei der Mastergrafik einfach über
das Exposé hinweggesetzt (genauso wie mit den Körperbau
des Dualen Kapitäns).
Nur Michael Wittmann und Swen Papenbrock
haben sich in ihren Innenllustrationen an diese Vorgabe gehalten.
Bei
Alfreds Dualem Dantyren denkt man unweigerlich auch an den Doppelkopfmutanten
Iwan Iwanowitsch - aber es ist schon schwer, so ein Wesen mit zwei
verschiedenen Körperhälften darzustellen. Soll ja auch gut
ausschauen, gelle. Was müssen die Autoren auch immer so eine verkappte
Phantasie haben - als Zeichner hat man es schwer ;-).
[Ergänzung E-Man:
Es ist vielleicht sinnvoll, dass A. Kelsner das neue Monster Dantyren
porträtiert: Da bleibt all die Qual außen vor. Hingegen
finde ich es nicht
wünschenswert, dass ein steinernes ewiges Monument uns jeglicher
Hoffnung
beraubt. Die Eintracht des Doppelkopfes an der Frisur gemessen, schmerzt
dennoch auf anderem Weg.]
Michael
Wittmann steht derzeit im Kreuzfeuer der Kritik, liest man das Galaktische
Forum aufmerksam durch. Ich kann diese Kritik teilweise verstehen,
für mich sind Michaels Zeichnungen
weder Fisch noch Fleisch. Einmal gefallen sie mir total gut, dann wiederum
gar nicht. Aber das ist bei den anderen Zeichnern (ob nun Bruck, Kelsner,
Papenbrock usw.) genauso. Bruck war einfach am Routiniersten und brachte
die größte Leistung. Für mich hatte er es einfach drauf,
realistische Zeichnungen zu machen. Aber oft genug ließ er auch seinen
künstlerische Freiheiten freien Lauf und hielt sich überhaupt
nicht an die Vorgabe des Romans. Michael Wittmann hält sich viel
mehr daran - aber sein Stil weicht einfach zu oft in den Comic/Karikaturbereich
ab. Trotzdem schafft er es derzeit als Einziger der Zeichnerriege,
Duale Kapitäne und Vizekapitäne korrekt nach Romanvorgabe
zu zeichnen!!! Deshalb heimst sich Witti heute ein Lob für seine
Innenillustration ein
- der Duale Dantyren sieht klasse aus!!!
|
Handlungsrezension
(Erich "E-Man Wall-1" Wallner)
Der Progresswahrer kann so eine Störung
wie den Stopp der Umwandlung von
Arkon kaum auf sich beruhen lassen.
Natürlich ist das eine Aufgabe
für den neuen
Protegen Dantyren. Die Strukturbrenner und auch Shallowain sollten
für
ihn ein
Heimspiel sein. Nur ist sich Dantyren des Erfolgsdruckes offenbar nicht
bewusst.
Er versteift sich auf einen Neustart, ohne die Funktionsweise der eingesetzten
Waffe
(eben den Strukturbrenner) zu kennen. Immerhin bemerkt er als einziger,
dass die
drei anderen Arkonwelten in Gefahr stehen, gleichfalls in der Umformung
gestört zu
werden.
Yrendir registriert seine Führungsschwäche gegenüber
seinem Dualpartner
Danton. Zweifelnd an den aufgedeckten Nebensächlichkeiten, hechelt
er hinterher,
keineswegs durch Einsicht in die Fähigkeiten der Terraner überzeugt.
Bei der
Einschätzung Dantons, Arkon hätte das aus eigener Kraft nie
geschafft, bin ich über den Dünkel verwundert. Schließlich
ist es auch nicht allein auf den Mist der
Terra-Wissenschaft hinter dem TERRANOVA-Schirm gewachsen. Sind wir
wirklich
die einzigen, die auf Hilfe höherer Kräfte zählen dürfen?
Hatte der Sohn Perry
Rhodans wirklich so romantisierende Allmachtsphantasien?
Die Konstellation Danton-Shallowain kehrt die Pole Kantiran-Shallowain
ins
Gegenteil. Der Einsatz ist hoch riskant und das Ergebnis brisant wichtig.
Teammitglieder nur nach ihrer Verwendbarkeit zurückbringen oder
opfern, das
würde ein Prisenkommando kaum anders planen. Die Arroganz, mit
der Shallowain
allerdings über Leichen geht, bleibt nicht hinter seiner Ekelhaftigkeit
auf Hayok
zurück.
Das Ambiente von Tiga Ranton ist plastisch und vielfältig.
Hayok als
Vorlage lässt sich trotzdem stark ausmachen. Bei der Charakterstudie
und
Entwicklung der Person Shallowain, der Hund, hat sich Hubert Haensel
wohl zu
sehr inspirieren lassen?
Allerdings lenkt die Verfolgungsjagd zu sehr
von der
eigentlichen Problemstellung ab. Die Kavernierung und Machtstellung
in der
Chaoskolonne wirken nur so beiläufig mit rein.
Ohne Michael Rhodan
als Wesenteil
Dantyrens in Frage zu stellen – ein Dualer Kapitän benötigt
offenbar aus Eitelkeit
Präsenz an vorderer brennender Front. Vielleicht, weil es seinen
Ganschkaren an
der Fähigkeit zur Einsatzplanung mangelt? Nun ja, Shallowain rettet
später das
abgehängte terranische Team, als Dantyren mit großem Schiff
in die neu
gestarteten Kavernen geschwebt kommt.
So genial kann er nicht sein,
wenn er
nicht berücksichtigt hat, dass Strangeness-Walker vielleicht einmal
der letzte
Ausweg aus Kavernen sein könnten.
Die gesamte Arkonflotte verhilft
(?) zu einem
zweiten Stopp. Oh Wunder, Dantyren muss aufgeben, sechs Monate Warten
für das
Nachladen des Obelisken verhindern ein weiteres Pingpongspiel. So wird
erst jetzt
klar, warum die Obelisken solange im Voraus abgesetzt wurden. Weitere
Zentralwelten, wie Ertrus und Olymp, können jetzt auf Rettung
hoffen. Doch noch
genügend andere Welten können gar nicht oder nur zu spät
erreicht werden.
|